Mi, 19. September 2018

Übernahmen stagnieren

25.08.2018 05:50

42.400 Firmen suchen bis 2024 einen neuen Chef

Die Zahl der Firmengründungen steigt - Übernahmen stagnieren hingegen. In Unternehmerfamilien finden sich immer seltener Nachfolger

„Ein Familienbetrieb ist wie ein Kind, das mit am Tisch sitzt“, sagt Amelie Groß. Schon in der Jugend erfahre man als Unternehmerspross die Vor- und Nachteile, die die Selbstständigkeit mit sich bringt: „Zum Beispiel, dass es mehr Aufwand ist als ein klassischer Bürojob“, weiß Groß. Die Vorsitzende der Jungen Wirtschaft hat vor fünf Jahren den Familienbetrieb in Salzburg übernommen. Damit zählt sie zu jenen 50 Prozent Unternehmerkindern, die ihren Eltern folgen. Vor 20 Jahren waren es noch 75 Prozent gewesen.

2017 wurden 6309 Firmen an Familienmitglieder oder Externe übergeben. Ein Rückgang von 1,1 Prozent. Im selben Zeitraum stiegen die Neugründungen um 1,9 Prozent. Für neue Betriebe und Start-ups rührt die Politik die Werbetrommel und schnürt Förderpakete.

„Der Start-up-Hype macht Lust auf die Selbstständigkeit“
Weniger bekannt ist, dass auch Übernehmer von Jungunternehmer-, Neugründungs- und anderen Förderungen profitieren. „Der Start-up-Hype macht Lust auf die Selbstständigkeit“, sagt Groß, „aber das heißt nicht, dass man in einen etablierten Betrieb keine neuen Ideen einbringen kann. Man muss sogar.“ So könne man zum Beispiel eine traditionelle Tischlerei mit 3D-Druck ins digitale Zeitalter führen.

Gegenüber einer Neugründung hat eine Übernahme Vorteile: Man ist auf dem Markt etabliert, bei den Kunden bekannt und hat einen eingearbeiteten Mitarbeiterstamm. Nachteile sind, dass Strukturen oft festgefahren sind und Übergeber manchmal nicht loslassen können. „Wenn man in unterschiedliche Richtungen will, kann das die Existenz des Betriebes gefährden“, sagt Amelie Groß.

Teresa Spari, Kronen Zeitung

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