Fr, 16. November 2018

Ökosystem verändert

22.08.2018 06:00

Waldrodung durch Mayas hinterlässt noch Spuren

Um Städte zu bauen und Felder anzulegen haben die Mayas ganze Regenwälder abgeholzt. Das ist inzwischen Tausende Jahre her, die Folgen aber sind für die Umwelt immer noch messbar: Die Böden in dem ehemaligen Siedlungsgebiet des Volkes speichern bis heute weniger Kohlenstoff als in der Zeit vor der Abholzung. Die Mayas könnten somit das Ökosystem auch zu ihrem Nachteil nachhaltig verändert haben.

Böden zählen zu den wichtigsten Kohlenstoffspeichern unseres Planeten, so die Wissenschaftler von der McGill University in Montreal. Sie nehmen das Element etwa aus abgestorbenen Blättern, Wurzeln und Ästen auf. Zugleich geben sie das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre ab - das Erdreich hat damit auch eine große Bedeutung für den Klimawandel. Wie viel Kohlenstoff unterirdisch lagert, ist außerdem wichtig für die Landwirtschaft. Sind die Vorkommen gering, werden die Äcker unfruchtbar.

Abholzung trug zum Untergang der Mayas bei
Als die Mayas die Bäume auf der Halbinsel Yucatan fällten, trugen sie nach Stand der Forschung zu ihrem eigenen Untergang bei. „Das Ökosystem scheint grundlegend verändert worden zu sein und sich nie erholt zu haben“, sagte Geo-Chemiker Peter Douglas, der die im Fachmagazin „Nature Geoscience“ veröffentlichte Studie leitete.

Die ersten Felder legte das Volk vor rund 4000 Jahren an. Vor 1000 Jahren kam es zum Zusammenbruch der Maya-Gesellschaft. Der gerodete Wald wuchs nach, dennoch kann der Boden in der Region, die heute zu Mexiko, Belize und Guatemala gehört, seine Funktion als sogenannte Kohlenstoffsenke nicht mehr voll erfüllen, wie Douglas erklärte. Das sei ein überraschendes Ergebnis. Die Experten hatten für ihre Studie Bodenproben vom Grund mehrerer Seen im ehemaligen Maya-Reich analysiert.

Wandel könnte „dramatisch“ sein
Bisher war dem Team zufolge weitgehend unbekannt, wie sich die Kohlenstoffspeicher der Erde über Jahrhunderte oder gar Jahrtausende veränderten. Die neue Untersuchung gewähre nun erste Einblicke. Sie zeige, dass der Wandel „dramatisch“ sein könne. „Es wäre großartig, nun auch in anderen Regionen tropische Wälder zu analysieren“, sagte Douglas. So ließe sich herausfinden, ob Rodungen und Ackerbau die Kohlenstoffspeicher weltweit beeinflusst hätten.

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