16.08.2018 15:58 |

35.000 Euro für Drogen

Betrügerpärchen stellte sich selbst der Polizei

65 arglose Österreicher getäuscht haben ein 30-jähriger Klagenfurter und seine 27-jährige Lebensgefährtin. Auf verschiedenen Internetplattformen boten sie günstige Handys an und bestanden auf Anzahlung. Niemals aber haben sie auch nur ein Mobiltelefon versendet. Mit dem Erlös finanzerten sie ihre Drogensucht. Und dann stellten sie sich selbst. . .

Bis zu 600 Euro haben die beiden Klagenfurter pro Handy verdient. Die meisten Käufer waren Ausländer. Der Erlös wurde für Drogen verwendet. „Die beiden haben Kokain geschnupft!“, erklärt Raimund Messner von der Kripo Klagenfurt.

Doch nach Monaten des Betrugs wollten sie aus dem Kreislauf von Drogen und Kriminalität ausbrechen: Sie stellten sich! „Wir wollen in Haft, wir können gleich fertig sein“; sagten sie bei der Polizei. Das war ein Hilferuf. Messner: „Wir können jedoch nicht einfach jemanden ins Gefängnis stecken. Alles muss mit Staatsanwaltschaft und Gericht abgeklärt werden.“ Die beiden hatten zwar einen Therapieplatz zugesprochen bekommen - allerdings kam eine Absage, weil im Therapiezentrum kein Platz mehr gewesen war. Das Spiel begann also wieder von neuem.

Obwohl die beiden Klagenfurter schworen, nicht mehr zu koksen oder zu betrügen, wurden sie rückfällig. Gruppeninspektor Messner: „Während die Sache bei der Staatsanwaltschaft anlief, machten sie weiter wie vorher!“ Ermittler können den beiden inzwischen nachweisen, dass sie insgesamt 65 Leute in ganz Österreich um 35.000 Euro erleichtert haben. Den Beweis erbrachte das Pärchen selbst: „Als Nachweis ihrer Seriosität haben sie den Kunden über WhatsApp ihre Führerschein- und Adress-Meldedaten geschickt.“

Messner: „Das war auch so eine Sache. Die beiden haben nämlich im Dezember 2017 die Wohnung genommen, obwohl sie wussten, dass sie sich die Miete gar nicht leisten können.“ Der Klagenfurter und seine Freundin wurden wegen gewerbsmäßigen Betrugs in Haft genommen. 

Serina Babka
Serina Babka
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