"Völliger Stillstand"

Grazer Öffis: Betriebsrat droht mit “echtem” Streik

Steiermark
10.12.2009 18:35
Eine "Betriebsversammlung mit Störcharakter" (Bild) der Graz AG hat am Donnerstagvormittag den öffentlichen Verkehr in der Landeshauptstadt fast völlig zum Erliegen gebracht. Der Schienenersatzverkehr mit privaten Bussen konnte nur eine Notversorgung aufrechterhalten. Betriebsratschef Horst Schachner: "Werden unsere Forderungen nicht erfüllt, kann es sein, dass die AG bald völlig stillsteht." Der "Warnstreik" war wohl nur der Anfang.

Einsame Fahrgäste an Bushaltestellen überall in der Stadt, die nicht wussten, wie ihnen geschah, empörte Kunden vor der Infostelle der Graz AG auf dem Jakominiplatz, die plötzlich vor geschlossenen Rollbalken standen und viele Menschen, die zu spät zu ihren Terminen kamen: Beim "Warnstreik" der Graz AG gab's viele Verlierer.

AG-Sprecher Gerald Pichler berichtete von einer "Flut empörter Anrufer". Einzig die Taxifahrer rieben sich die Hände, weil sie das Geschäft des Jahres machen konnten.

Kampf um Machtverhältnisse
Doch worum ging's bei diesem Streik eigentlich? Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) und seine Vize Lisa Rücker (Grüne) müssen die marode Stadtkasse sanieren. Die Reform des "Hauses Graz" soll rund zehn Millionen Euro bringen, indem etwa Doppelgleisigkeiten im Bereich Abfall abgeschafft werden. Nagl und Rücker haben stets versprochen, dass es keine Eingriffe in bestehende Verträge von Mitarbeitern der Stadt geben würde - und Kündigungen wurden immer ausgeschlossen.

Zudem soll die Graz AG in eine GmbH umgewandelt werden: Nach dem Motto "Wer zahlt, schafft an" will die Politik dadurch mehr Mitsprache in den Bereichen Öffis, Wasser, Kanal usw. erreichen.

Graz-AG-Betriebsratschef Horst Schachner fürchtet dennoch Kündigungen: "Wir verlangen einen dreijährigen Kündigungsverzicht und die Zusicherung, dass in bestehende Verträge nicht eingegriffen wird." Hauptgrund für den "Warnstreik" war für Schachner stets die Umwandlung der Graz AG in eine GmbH. Nun heißt es: "Wir wollen seitens der Gewerkschaft gleich viel Mitspracherecht haben wie bei der AG." 99 Prozent der Graz-AG-Mitarbeiter sind für weitere Maßnahmen.

von Gerald Richter ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

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