Sa, 18. August 2018

Seit Jahren auf Tour

28.07.2018 05:00

Profi-Diebesduo nach Notstopp im Nachtzug gefasst

Es war eine spektakuläre Festnahme am 26. Juni dieses Jahres, gegen 4.30 Uhr in der Früh: Zwei Bahnbedienstete erwischten die beiden Männer - einen Tunesier (54) sowie einen Italiener (43), die, wie sich herausstellen sollte, seit Jahren in Nachtzügen auf Tour waren - auf frischer Tat, als sie gerade einen Rucksack mitnahmen. Die Diebe attackierten die Kontrolleure sofort, sogar mit Faustschlägen, zogen dann einfach die Notbremse des Zugs und ergriffen die Flucht. Doch sie kamen nicht weit.

Ihr Pech: Der Zug stand im Bereich Tenneck/Stegenwald, die Fluchtwege waren also beschränkt. Die alarmierte Polizei konnte die beiden nach einer kurzen Verfolgungsjagd in einem angrenzenden Waldstück aufgreifen. Die beiden Männer wurden in U-Haft genommen und in die Justizanstalt nach Puch-Urstein gebracht.

Dann begannen die akribischen Ermittlungen der Kriminalisten: Bei der Hausdurchsuchung am Wohnort des 54-jährigen Tunesiers in Villach in Kärnten wurden mehr als 30 Wertgegenstände gefunden und beschlagnahmt, darunter auch mehrere internationale Geldscheine. Die Polizei konnte Opfer aus Europa, Chile, Vietnam oder auch Neuseeland ausfindig machen.

Profis waren seit zwei Jahren auf Zug-Tour
Und es zeigte sich: Drahtzieher der Serien-Coups dürfte der Tunesier gewesen sein. Die beiden Zugdiebe waren jedenfalls Profis und seit mindestens Jänner 2016 auf Tour. Mit System: Sie suchten sich immer internationale Nachtzüge aus - etwa auf den Routen Venedig-Rosenheim, Zürich-Wien, Zagreb-Salzburg oder auch Mailand-Wien - und beobachteten die Passagiere.

„Sie achteten darauf, ob die Kabinen zugesperrt wurden“, erklärt Polizeisprecherin Verena Rainer. Dann schlichen sich die beiden ins Zugabteil und nahmen Gepäckstücke mit. Abgesehen hatten sie es dabei auf Bargeld, Handys, Laptops, Kameras, Uhren und Schmuck. Schaden: Um die 50.000 Euro.

Die Beute brauchten sie, um ihre Verwandten in der Heimat zu versorgen. Mindestens 40.000 Euro sollen die beiden transferiert haben, die Kriminalisten durchforsteten an die 100 Banküberweisungen.

Max Grill
Max Grill

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Seien Sie live dabei!
Ganz Linz feiert mit der „Krone“
Oberösterreich
Justins vorne
Diese Stars sollen gut bestückt sein
Stars & Society
Nebenhöhlenentzündung
Verstopfte Nase auch im Sommer
Gesund & Fit
Vergessen und teuer
Wirklich wahr: Bund betreibt Skiverleih
Österreich
Auch Cobra im Einsatz
Kneissl-Hochzeit: Ausnahmezustand in Weinbergen
Österreich

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.