Di, 16. Oktober 2018

„Clash of Clans“ & Co.

19.07.2018 10:51

So wird mit Free-to-Play-Games Geld gewaschen

Free-to-Play-Games sind ein Millionengeschäft - offenbar nicht nur für ihre Entwickler, sondern auch für Online-Kriminelle. Denn wie Sicherheitsexperten jetzt aufzeigen, werden einige der populärsten Spiele im großen Stil genutzt, um mittels gestohlener Kreditkarten hohe Summen an Geld zu waschen.

„Clash of Clans“, „Clash Royale“ und „Marvel Contest of Champions“ zählen mit insgesamt über 250 Millionen aktiven Spielern zu den populärsten Free-to-Play-Games. Obwohl sie dem Namen nach prinzipiell kostenlos sind, machen sie jährlich Gewinne in Millionenhöhe mittels sogenannter In-App-Käufe, die Gamern unter anderem spielerische oder zeitliche Vorteile verschaffen.

Untersuchungen des Sicherheitsanbieters Kromtech zeigen nun, dass diese In-App-Käufe im großen Stil von Online-Kriminellen genutzt werden, um Geld zu waschen. Wie das Unternehmen in einem Blogeintrag schildert, konnte es ein Tool aufspüren, dass mittels gestohlener E-Mail-Adressen automatisiert gefälschte Nutzerkonten erstellte, um dann wiederum mithilfe gestohlener Kreditkartendaten auf Einkaufstour zu gehen und mit realem Geld virtuelle Güter zu erstehen.

20.000 Kreditkarten in zwei Monaten „gewaschen“
Die Nutzerkonten mitsamt den virtuellen In-App-Käufen werden demnach anschließend über entsprechende Online-Handelsplattformen wie G2G oder iGameSupply weiterverkauft - und somit wieder zu realem Geld. Allein zwischen April und Juni dieses Jahres soll Kromtech zufolge so das Geld von 20.000 gestohlenen Kreditkarten von 19 verschiedenen Banken, vornehmlich aus China, Indonesien und den USA, zu „sauberem“ Geld gemacht worden sein.

Wie viel Geld über die drei untersuchten Free-to-Play-Games gewaschen wird, lässt sich nur erahnen. Laut Kromtech erwirtschaften die Titel pro Jahr an die 330 Millionen Dollar. Die Experten merken allerdings an, dass die drei Spiele nicht einmal unter den Top fünf der erfolgreichsten Free-to-Play-Games sind. „Durch die Skalierung dieses Schemas auf andere beliebte Apps und Spiele mit In-App-Käufen steigt der potenzielle Markt auf Milliarden Dollar pro Jahr“, so Kromtech.

„Viel zu einfach“
Gegenüber dem Spieleblog Kotaku.com zeigte sich das Unternehmen schockiert darüber, wie einfach es mit dieser Methode sei, über Free-to-Play-Games Geld reinzuwaschen. „Die Prozess sollte viel komplizierter sein als jetzt“, kritisieren die Experten vor allem die laxen Sicherheitsanforderungen zur Erstellung von Nutzerkonten bei Apple und Google. „Alles, was Apple benötigt, um eine Apple ID zu erstellen, mit der Spieler ‚Clash of Clans‘ spielen können, ist eine E-Mail-Adresse, ein Passwort, ein Geburtsdatum und eine Handvoll Sicherheitsfragen.“

 krone.at
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