Di, 13. November 2018

50 Cent pro Urlauber

11.07.2018 14:16

„Eintritt für Wachau“: Vorschlag sorgt für Wirbel

Prächtige Weinberge, blühende Bäume, der Donaustrom. Das Weltkulturerbe - siehe Video oben - zieht jährlich Millionen Urlauber in die Wachau. Geht es nach Thomas Widrich, dem Ex-Bürgermeister von Melk, sollen diese künftig auch dafür bezahlen. Er nennt es eine „Touristen-Solidaritätsabgabe“ und hat damit eine heiße Diskussion in der beliebten Ferienregion entflammt.

Die Lage ist angespannt, das sagt auch Dürnsteins Bürgermeister Johann Schmidl, der Widrich und somit seinem ungewöhnlichen Vorstoß den Rücken stärkt: „Die Situation bei uns ist ein kleiner Wahnsinn“, meint er in einem „NÖN“-Interview. 900 Menschen leben in der idyllischen Gemeinde - an die 1000 Gäste pilgern tagtäglich durch die dortigen Gassen. „Aufs Jahr hochgerechnet kommen bis zu eine Million Menschen zu uns“, so Schmidl. Die Idee, eine Art „Eintrittgeld“ von Wachau-Touristen - ähnlich wie auf Mallorca - zu verlangen, kommt ihm daher gelegen.

Abgaben für Infrastruktur und Landschaftsschutz
Melks Ex-Stadtchef Widrich und Peter Rath (VP-Tourismus-Stadtrat) sind sich einig: Man wolle keine Gewinne mit den Geldern machen, sondern investieren. Denn, so Rath: „Die Gemeinden können nicht immer nur Infrastruktur schaffen. Ich glaube nicht, dass es den einzelnen Touristen schmerzt, 50 Cent Abgabe zu bezahlen.“

Befragung unter Bewohnern im Herbst
Ob am Ende des Tages wirklich alle Wachauer Gemeindevertreter an einem Strang ziehen, wird sich weisen. Dürnstein setzt jedenfalls auf eine große Befragung unter Altstadtbewohnern und Gewerbetreibenden im Zeitraum zwischen 15. Juli und 15. Oktober.

Andreas Nunzer, Vorsitzender der Welterbegemeinden, sieht den „Eintritts“-Vorschlag eher skeptisch. Er will vorher „alle anderen Mittel“ ausschöpfen. Darüber solle man gemeinsam nachdenken. Immerhin wolle man keine Touristen vergraulen.

Kronen Zeitung

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