So, 23. September 2018

Tests mit „Cygnus“

09.07.2018 11:36

NASA probt für gezielten Absturz der ISS

Seit dem November 1998 - damals wurde das erste Modul in eine Erdumlaufbahn gebracht - ist die Internationale Raumstation ISS, die heuer ihren 20. Geburtstag feiert, in Betrieb. Bis 2024 ist ihre Zukunft gesichert, danach soll sie gezielt zum Absturz gebracht werden und jene Überreste, die nicht in der Atmosphäre verglühen, im Meer versenkt werden. Diese Woche probt die NASA für ein solches Manöver.

„Es gab einen Plan, die einzelnen Module der ISS mit den Spaceshuttles wieder auf die Erde zurückzubringen. Es ist aber genauso gut vorstellbar, die ISS als Ganzes im Pazifik zu versenken, so wie 2001 die russische Raumstation ,Mir‘ (Bild unten), also ohne die Station vorher zu zerlegen“, erklärte der ehemalige Direktor des Space Policy Institutes an der George Washington University, John Logsdon vor Kurzem.

Die Raumstation im All zu zerlegen und ihre Module, Labore sowie deren Verbindungsknoten und die Sonnensegel zur Erde zurückzubringen ist aber derzeit unmöglich. Das wäre nur mithilfe der NASA-Spaceshuttles, die aber 2011 aus dem Verkehr gezogen wurden, zu bewerkstelligen. Deshalb will man die mittlerweile fußballfeldgroße ISS abstürzen lassen, auch wenn das gewisse Risiken birgt.

Kapsel „Cygnus“ soll ISS abbremsen
Die US-Raumfahrtbehörde NASA prüft zurzeit, ob sie die ISS nicht mithilfe des Raumtransporters „Cygnus“ durch ein Bremsmanöver kontrolliert zum Absturz bringen kann. Die Idee dahinter: Wenn die Kapsel es schafft, die Internationale Raumstation abzubremsen, wären die Amerikaner nicht auf die Unterstützung der Russen und ihrer „Progress“-Kapseln angewiesen.

Weil man ein solches Bremsmanöver nicht testen kann, ohne dass die bemannte ISS abstürzen würde, will man eruieren, ob man mit „Cygnus“ das Gegenteil bewirken kann - nämlich mit den Steuerdüsen das Raumtransporters die ISS zu beschleunigen. Aus den solcherart erhobenen Daten wollen NASA-Experten dann berechnen, wie stark die Triebwerke zünden müssten, um die ISS abzubremsen.

Tests mit „Cygnus“-Triebwerken
Für den Test wird sich die ISS um 90 Grad drehen. Dann werden die „Cygnus“-Triebwerke rund eine Minute lang brennen. „Die Station dürfte danach einen Zehntelmeter pro Sekunde schneller um die Erde fliegen“, so Frank DeMauro von Raumfahrtkonzern Northrop, der für Bau und Betrieb der „Cygnus“-Kapseln verantwortlich ist.

Auf Basis der bei dem Test erhobenen Daten wollen NASA und Northrop dann entscheiden, ob in ein paar Jahren einer oder mehrere „Cygnus“-Transporte die ISS derart abbremsen können, sodass sie abstürzt. „Ob wir dazu die ,Cygnus‘-Triebwerke verstärken oder mehrere ,Cygnus‘-Kapseln gleichzeitig zünden, werden wir entscheiden, wenn die NASA uns den Auftrag für ein solches Manöver erteilt“, sagt DeMauro.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder

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