Di, 23. Oktober 2018

Neuer Nowitschok-Krimi

05.07.2018 06:59

Bewusstloses Paar wohl nur zufällig Giftopfer

Jenes Paar, das in Südengland nach dem Kontakt mit dem Kampfstoff Nowitschok in Lebensgefahr schwebt, dürfte nur zufällig vergiftet worden sein: Die Ermittler gehen davon aus, dass die beiden mit demselben kontaminierten Gegenstand in Berührung kamen, mit dem auch der Anschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter verübt wurde.

Nach der Vergiftung der Skripals hatte die Auffindung von Dawn S. (44) und Charles R. (45) für Aufregung in Großbritannien gesorgt: Die Angst war groß, dass es sich um einen weiteren Anschlag handeln könnte. Doch nun gehen die Ermittler davon aus, dass der jüngste Fall kein neues Attentat ist, sehr wohl aber einen direkten Zusammenhang mit dem Mordversuch an den Skripals hat.

Denn das Behältnis, in dem der Kampfstoff Nowitschok transportiert wurde, wurde nie gefunden. Es sei also möglich, dass das erkrankte Paar sich über diesen Gegenstand vergiftet hat. Eine weitere Möglichkeit sei eine Kreuzkontamination, berichtete die Nachrichtenagentur Press Association unter Berufung auf eine ranghohe Regierungsquelle.

Polizei warnt vor Kontakt mit „gefährlichen Gegenständen“
Der vergiftete Mann soll ein registrierter Heroin-Abhängiger sein, auch seine Partnerin soll regelmäßig Drogen nehmen. Daher lautet eine Theorie der Polizei, dass das Paar auf ein Behältnis oder eine Spritze gestoßen sein könnte, worin das Nervengift aufbewahrt wurde, berichtet die „Daily Mail“. „Ich sollte auch die Öffentlichkeit davor warnen, irgendwelche unbekannten oder bereits gefährlichen Gegenstände wie Nadeln und Spritzen aufzuheben“, gab die Oberste Gesundheitsbeamtin Dame Sally Davies bekannt. Nowitschok behält seine tödliche Wirkung auch noch nach Monaten.

Das Paar lebt etwa 270 Meter von dem Lokal entfernt, wo die Skripals am Tag ihrer Vergiftung gegessen waren. Die beiden hatten einen Park besucht und hielten sich nahe jener Bank auf, auf der der Ex-Spion und seine Tochter bewusstlos aufgefunden worden waren. Jeden Schritt des Pärchens vor der Vergiftung versucht die Polizei nun im Detail nachzuverfolgen.

Augenzeuge: Vergifteter „benahm sich wie ein Zombie“
Ein Freund von Charles R., mit dem er kurz vor der Einlieferung ins Spital noch Einkäufe erledigte, schildert die drastische Verschlechterung des Gesundheitszustandes, als dieser wieder zu Hause ankam: „Er begann zu schwitzen. Sein T-Shirt war tropfnass. Er stand auf und begann, sich gegen die Wand zu werfen“, erinnert sich Sam Hobson laut „Daily Mail“. „Seine Augen waren weit offen und rot, seine Pupillen waren wie Stecknadelköpfe. Er fing an, unzusammenhängend zu reden, und ich sah, dass er halluzinierte. Er machte komische Geräusche und benahm sich wie ein Zombie. Da habe ich die Rettung angerufen.“

Seit Mittwochabend steht fest, dass das Paar dem gleichen Gift ausgesetzt war wie die Skripals Anfang März. Die neu Erkrankten liegen in derselben Klinik in Salisbury, in der auch der Ex-Spion und seine Tochter behandelt wurden.

Miriam Krammer
Miriam Krammer

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.