Scheiber war zwar schon im Oktober im Sölden-Riesentorlauf am Start, "aber das war nur ein Test fürs Knie", so der 26-jährige Osttiroler. Vor exakt einem Jahr hatte sich der einst schon zum künftigen Weltcup-Gesamtsieger ausgerufene "Supermario" in Lake Louise ohne zu stürzen eine so schwere Knieverletzung zugezogen, dass er die ganze Saison auslassen musste.
Gedämpfte Erwartungen bei Scheiber
Zurück kehrt Scheiber mit gedämpften Erwartungen. Als neuer Star oder gar als jener, der die Lücke nach Hermann Maiers Rücktritt füllen soll, sieht er sich nicht. "Ich kann derzeit nur noch in zwei Disziplinen hoffentlich wieder vorne mitfahren. Der Gesamt-Weltcup ist daher für mich kein Thema und beim Thema Star fühle ich mich auch nicht angesprochen", winkte Scheiber ab.
Der jüngste Knorpel- und Kreuzbandschaden waren zudem nicht die erste schwere Verletzung des einstigen Junioren-Weltmeisters. "Wenn in den Knien so viel hin ist, wird es nie mehr so wie früher", ist Scheiber bewusst, dass er nun auch haushalten muss. Dazu kommt, dass die Saison-Vorbereitung unter nicht optimalen Bedingungen stattgefunden hat. "Ich lege daher die Latte nicht zu hoch sondern schaue, dass ich mit der Strecke und dem Knie zurechtkomme."
Gesprächsthema Knie
Mit den beiden Zimmerkollegen Grugger und Buder hat Scheiber seit längerem vor allem ein Thema zu besprechen. "Wir reden fast jeden Tag miteinander über unsere Knie", gab Scheiber schmunzelnd zu. Buder fehlte sogar schon seit Jänner 2008 und damit 22 Monate seit der in Kitzbühel erlittenen Impressionsfraktur im Knie.
Über Wasser gehalten hat sich der Niederösterreicher, damals neben Walchhofer Österreichs bester Abfahrer, mit unzähligen Therapien. Zudem kam in dieser Zeit sein mittlerweile 16-monatiger Sohn Elias zur Welt. "Das beste an meinem langen Krankenstand", so der 30-jährige Göstlinger. Buder ist dank Verletztenstatus immer noch drittbester ÖSV-Abfahrer in der Weltrangliste, er rechnet daher fix mit einem Start in Lake Louise, wo von 15 ins Training geschickten ÖSV-lern elf starten dürfen.
Die Olympia-Hoffnung lebt
Selbst Olympia ist ein Thema für Buder. "Vancouver war während der langen Pause ein guter Grund, sich immer wieder zu überwinden. Denn im Gegensatz zur WM-Abfahrt in Frankreich ist das dort eine Piste für klassische Abfahrer", schwärmte Buder in Erinnerung an seinen Besuch in Whistler im vergangenen April. Zunächst gelte es aber aber, auf Weltcuppisten zu trainieren und den Anschluss zu finden. Buder: "Derzeit zwickt das Kreuz mehr als das Knie. Und Vater zu sein, wird mich hoffentlich nicht langsamer machen."
Am längsten gefehlt hat Hans Grugger. 2007 zog sich der Salzburger zwischen April (Testfahrten) und November (Kurz-Comeback in Lake Louise) die Kreuzbandrisse Nummer zwei und drei seiner Karriere zu, im Jänner 2009 folgte wenige Tage vor dem erneuten Weltcup-Comeback der vierte. Das hat den Dauer-Pechvogel aus Bad Hofgastein zwar auf Platz 37 zurückgeworfen, ihm aber nicht die Lust am Skifahren verdorben. "Der Frust war zwar im ersten Moment riesengroß, aber ich habe nie wirklich daran gedacht, aufzuhören. Dafür fahre ich viel zu gerne Ski", so Grugger.








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