Champions League

Monaco schlägt Chelsea im Halbfinale

Sport
21.04.2004 10:10
Mit fürstlichem Beistand und riesiger Moral hat der AS Monaco das Tor zum Champions-League-Finale am 26. Mai in der Arena AufSchalke weit aufgestoßen. Vor den Augen von Fürst Rainier bezwang der französische Vizemeister im Habfinal-Hinspiel am Dienstagabend den FC Chelsea verdient mit 3:1 (1:1). Dado Prso (17.), Fernando Morientes (78.) und Shabani Nando (84.) trafen vor 18500 Zuschauern im Stade Louis II für die "Torfabrik". Hernan Crespo hatte das 1:1 für Chelsea markiert (22.).
In der 17. Minute geht der AS Monaco verdientin Führung. Der überragende Rothen zirkelt einen Freistoßvon Links in den Sechzehner, Crespo verpasst, der Ball tippt aufund fällt Prso genau auf den Kopf. Der Kroate setzt ihn blitzsauberaus elf Metern ins linke Kreuzeck - unhaltbar, 1:0.
 
Ausgleich im Abseits
Fünf Minuten später Riesenpech fürMonaco. Schiri Meier und seinen Assistenten entgeht eine Abseitsstellungder Briten im Strafraum. Nach einigem Gestocher ist der Ball plötzlichim Netz - zu Unrecht, wie die Zeitlupe deutlich zeigt. 1:1. Inder Folge dreht Chelsea auf und dominiert mehr und mehr das Spiel.
 
Hektik, Rot und blanke Wut
Hektik kommt in der zweiten Halbzeit auf, als einbrutaler Ellbogencheck von Chelseas Desailly ins Gesicht von Morientesungeahndet bleibt. Wenig später fliegt der für Monacospielende Grieche Zikos vom Platz, als er sich für einenzwar unfreundlichen, aber harmlosen Tatsch ins Gesicht gegen Makelelerevanchiert - mit einem ebenso unfreundlichen wie harmlosen Tatsch,allerdings auf den Hinterkopf. Makelele lässt sich fallenwie nach einem K.O-Schlag, Schiedsrichter Urs Meier hältZikos Aktion für eine Tätlichkeit und zückt Rot.Makelele sieht Gelb.
 
Monaco rennt zu neunt
Mit neun Mann (exklusive Tormann) greift Monaco wütendan. Schwächster Mann am Platz ist weiterhin der Schiedsrichter,der mit der hektischen Partie sichtlich Schwierigkeiten hat unddie eine oder andere fragwürdige Entscheidung trifft. Angesichtsder Häufigkeit von Fouls hat er aber auch eine Menge Gelegenheit,Fehler zu machen.
 
Der Einsatz wird belohnt
In der 78. Minute dann der wirklich verdiente Führungstreffervon Fernando Morientes nach Traumpass in den freien Raum von Giuly.Das 2:1 konnte nicht einmal Urs Meier verhindern.
 
Danach spielen eigentlich nur noch die Monegassen.Und der Mut der Wütenden und Betrogenen wird weiter belohnt,der gerade erst eingewechselte Shabani Nonda erzielt mit seinerersten Ballberührung nach Pass von Rothen das 3:1 fürMonaco. Dabei bleibt es bis zum Schlusspfiff, Chelsea verliertdas erste Auswärtsspiel.
 
Monaco hat also beste Aussichten für das Rückspielan der Stamford Bridge am 5. Mai.
 
Hintergrund
Die einen existieren dank fürstlicher Unterstützung,die anderen leben von russischen Öl-Millionen: Mit dem ASMonaco und dem FC Chelsea treffen am Dienstag im Halbfinale derChampions League zwei Mannschaften aufeinander, die ihren Logenplatzauf der europäischen Fußball-Bühne einzig undallein finanzstarken Gönnern zu verdanken haben.
 
Millionen-Unterstützung
Der ohnehin von Steuergeschenken profitierende ASMonaco erhielt im vergangenen Jahr die Lizenz nur, weil die Fürstenfamiliedem mit 80 Millionen Euro in Schieflage geratenen Club noch einmalunter die Arme griff. Gar 400 Millionen Euro betrug die Finanzspritze,die Russlands Öl-Milliardär Roman Abramowitsch binneneines Jahres in sein neues Hobby FC Chelsea gesteckt hat.
 
Die sportliche Rendite kann sich spätestensseit den sensationellen Viertelfinal-Erfolgen vor zwei Wochensehen lassen. Die zusammengekaufte Chelsea-Elf beglückteihren Eigner Abramowitsch mit einem historischen 2:1-Erfolg beimLondoner Stadtivalen FC Arsenal. Und die Monegassen trieben beimdenkwürdigen 3:1 über Real Madrid dem schwerkrankenFürst Rainier und seinem Sohn Prinz Albert in ihrer LogeTränen der Rührung in die Augen.
 
"Unsympathler" AS Monaco
Sympathiewerte kann der siebenmalige nationale Meisterbei den Franzosen mit derartigen Auftritten aber trotzdem nichtgewinnen. Der Tabellenzweite ist außerhalb seiner Oase ander Cote d'Azur nicht besonders beliebt. Die nationale Konkurrenzspricht gar von Wettbewerbsverzerrung, weil ausländischeStars in Monaco keine Steuern bezahlen müssen. Die Spielergastieren ungern im Stade Louis II, weil die schmucke Arena trotzder geringen Kapazität (18 500 Zuschauer) meist gähnendleer ist. Und auch die TV-Anstalten meiden das Fürstentum,weil mit Spielen des AS Monaco keine guten Einschaltquoten zuerzielen sind.
 
Dabei ist der Club eine feste Größeauf der europäischen Fußball- Bühne. Bereits zumsechsten Mal seit 1990 steht Monaco im Halbfinale eines europäischenClub-Wettbewerbes - gewonnen aber haben die Trophäe immerandere. Das will nun Didier Deschamps (35) ändern und miteinem Finalsieg am 26. Mai in der Arena AufSchalke den größtenErfolg seiner noch jungen Trainer-Laufbahn feiern. Der einstigeKapitän der französischen Weltmeister-Elf von 1998 schicktdank eines spielfreien Wochendes in der nationalen Meisterschaftein ausgeruhtes Team ins Rennen, in dem lediglich hinter VerteidigerSebastian Squillaci ein Fragezeichen steht.
 
Spielerische Probleme beim FC Chelsea
Beim FC Chelsea, wie Monaco Zweiter in der nationalenMeisterschaft, offenbarte die Generalprobe (0:0 gegen Everton)große Probleme im Angriff. Doch die Londoner, bei denenDeschamps' langjähriger Weggefährte Marc Desailly nachabgelaufener Sperre ins Team zurückkehrt, fühlen sichauswärts ohnehin wohler als in der heimischen Stamford Bridge.Die letzten sechs Auswärtsspiele haben die "Blues" in derChampions League ausnahmslos gewonnen.
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(Bild: KMM)



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