Mi, 21. November 2018

Große Spannung

10.06.2018 08:00

Murecker stimmen heute über Bezirkswechsel ab

Mureck rückt am Sonntag in den steirischen Blickpunkt: Die Bewohner stimmen darüber ab, ob die kleine Stadt vom Bezirk Südoststeiermark nach Leibnitz wechseln soll. Erwartet wird eine klare Zustimmung. Was sind die Hintergründe? Und was die möglichen Folgen? Hier die wichtigsten Antworten.

Worum geht es heute bei der Befragung?
Die Fragestellung lautet: „Soll die Stadtgemeinde Mureck die Landesregierung ersuchen, in den politischen Bezirk Leibnitz wechseln zu dürfen?“

Weshalb gibt es diese Volksbefragung?
2013 fusionierten die Bezirke Feldbach und Radkersburg zur Südoststeiermark. Im Raum Mureck forderten schon damals viele, Teil von Leibnitz zu werden. Die täglichen Wege der Bewohner (Schule, Arbeit, Einkaufen usw.) orientieren sich viel stärker nach Leibnitz.

Aber warum wird erst jetzt, fünf Jahre später, abgestimmt?
Anfang März haben sich die Bewohner der Nachbargemeinde Murfeld mit 68 Prozent für einen Bezirkswechsel entschieden. Davon angespornt ergriff der Murecker Gemeinderat die Initiative. Man fühlt sich im Bezirk Südoststeiermark abgehängt und benachteiligt.

Ist die Entscheidung der Befragung verbindlich?
Nein, sie ist rechtlich unverbindlich. Aber für den Murecker Gemeinderat wird das Ergebnis sicherlich eine Handlungsanleitung sein.

Das heißt, der Bezirkswechsel wird kommen?
Wohl kaum. Er ist laut der Landesregierung nur dann möglich, wenn eine Gemeinde mit einer anderen fusioniert. Mureck müsste mit dem deutlich größeren Straß verschmelzen. Das wollen die Murecker aber nicht. (Murfeld hingegen will sich auflösen und mit zwei Gemeinden im Bezirk Leibnitz verschmelzen.)

Weshalb gibt es dann die Befragung überhaupt?
Bürgermeister Anton Vukan nimmt die Stimmung aus der Bevölkerung auf und kann so den Druck erhöhen. Ein erster Erfolg: Vor Kurzem haben die Abgeordneten des Bezirks Südoststeiermark versprochen, Mureck stärker zu fördern und zu einem Zentrum des Südens zu machen. Und hinter vorgehaltener Hand heißt es, dass der schlaue politische Fuchs Vukan mit dieser Umfrage wohl schon die Basis für einen fulminanten Wahlsieg bei der Gemeinderatswahl 2020 legt.

Jakob Traby
Jakob Traby

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