Mi, 22. August 2018

Nagerplage

09.06.2018 06:06

Biber-Attacke: Haslach stellt nun Warnschild auf

„Biberfamilie, Vorsicht beim Baden“ - nach dem „Krone“-Bericht über ein aggressives Biberweibchen, das einem badenden Hund den Rücken aufschlitzte, stellt die Stadtgemeinde Haslach an der Mühl ein Warnschild auf. Auch Rohrbach stöhnt unter der Nagerplage. Dort verbot das Gericht den Abschuss der Biber.

„Der Tierarzt hat mich 260 Euro gekostet. Das hat sich ausgezahlt!“, ist Karin M. (52) aus Haslach nach dem Biber-Angriff auf ihren sechsjährigen Schäferhundmischling „George“ verständlicherweise sauer. Die Marktgemeinde Haslach hat inzwischen reagiert. Weil die Biber beim Flussbad an der großen Mühl aktiv sind, wird nun dort ein Warnschild mit dem Text ,Biberfamilie, Vorsicht beim Baden’ aufgestellt, berichtet Amtsleiter Gustav Bauer der „OÖ-Krone“.

Biber lassen die Wogen hochgehen
In der benachbarten Bezirksstadt Rohrbach lassen die Biber schon seit längerem die Wogen hoch gehen. Im so genannten Pöschlteich hinter der neuen Bezirkshauptmannschaft leben bis zu zehn Nager und sind mittlerweile derart wenig menschenscheu, dass sich bereits ein richtiger Teichtourismus herausgebildet hat, frei nach dem Motto „Gemma Biber schauen“. Im Vorjahr hat dort ein Nager den Deutsch Drahthaar-Vorsteherhund eines örtlichen Jägers angegriffen.

Anrainer sind sauer
Die Anrainer leiden unter den Bibern. Sie haben auf Anraten der Stadtgemeinde ihre Anwesen mit elektrischen Zäunen gegen die Plagegeister gesichert. Die Bäume rund um den Teich wurden mit Maschendraht versehen. Elisabeth Leitner, Leiterin der Anlagenabteilung bei der BH Rohrbach, erklärt: „Das Landesverwaltungsgericht hat die Entnahme - also Absiedlung oder Bejagung - der streng geschützten Biber verboten. Eine erlaubte Vergrämungsmaßnahme wollte die Stadtgemeinde Rohrbach nicht.“

Jäger sind schmerzbefreit
Die Jäger sehen die Causa tiefenentspannt, so Bezirksjägermeister Martin Eisschiel im Interview.

„Krone“: Sie sehen die Biberplage im Bezirk gelassen.
Martin Eisschiel: Ich bin echt froh, dass er kein jagdbares Wild ist, sonst müssten wir Jäger für die Schäden aufkommen, und ein Abschuss wäre auch problematisch, weil wir da wieder ein negatives Image bekommen würden.

„Krone“: Sie sind auch Landwirt und Waldbesitzer.
Eisschiel: Aus dieser Warte sehe ich die große Biberpopulation im Bezirk schon kritisch, weil ich ja mitbekomme, wie groß die Schäden sind.

„Krone“: Der Biber ist strengstens naturgeschützt.
Eisschiel: Man darf ihn höchstens vergrämen, zum Beispiel Wasser ablassen und den Bau wegbaggern. Aber das kostet, und es ist nicht sicher, ob die Maßnahme länger wirkt.

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Storykommentare wurden deaktiviert.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.

Nachrichten aus meinem Bundesland
Die Bekanntgabe Ihres Bundeslandes hilft uns, Sie mit noch regionaleren Inhalten zu versorgen.