Sa, 23. Juni 2018

Aber kein Verbot

30.05.2018 16:53

Massive Kontrollen in Frankreichs Fanzonen

Wegen einer erhöhten Anschlagsgefahr gilt in Frankreich seit Monaten die höchste Terrorwarnstufe. Nachvollziehbar, dass die Regierung vor allem bei Großereignissen erhöhte Sicherheitsvorkehrungen treffen muss. Davon nicht ausgeschlossen sind die Public-Viewing-Zonen während der Fußball-Weltmeisterschaft (14. Juni - 13. Juli). Das Turnier findet zwar in Russland statt, aber auch in Frankreich werden sämtliche Spiele auf bekannten öffentlichen Plätzen auf Großbildleinwänden gezeigt. Frankreichs Innenminister Gerard Collomb gab am Mittwoch bekannt, dass die Public-Viewing-Zonen massiv kontrolliert und bewacht werden. Ein generelles Public-Viewing-Verbot werde es jedoch nicht geben. 

Collomb widersprach damit internationalen Meldungen, wonach derartige Veranstaltungen aus Sicherheitsgründen generell untersagt worden seien. „Übertragungen von WM-Spielen auf Großbildleinwänden dürften jedoch nur in besonders gesicherten Zonen stattfinden“, schreibt das französische Innenministerium auf seiner Homepage. Besucher würden vor dem Betreten dieser Veranstaltungsorte kontrolliert. Ähnliche Sicherheitsvorkehrungen hatte Frankreich auch bei der Fußball-Europameisterschaft 2016 im eigenen Land getroffen.

„Angesichts des aktuellen Klimas terroristischer Bedrohungen müssen die bei der letzten Europameisterschaft angewandten Sicherheitsverfahren wieder mit derselben Effizienz eingesetzt werden“, so Collomb. Die Frage, ob es Sicherheitsschleusen mit Körperscannern gibt, wird seinen Angaben zufolge je nach Lage entschieden. Die Sicherheit soll auch durch zusätzliche Video-Überwachung gewährleistet werden. Bei der EM in Frankreich vor zwei Jahren waren knapp 120.000 Sicherheitskräfte im Einsatz. 

„Man muss ständig wachsam sein“
Erst vor knapp drei Wochen tötete ein 20-jähriger Tschetschene im Herzen von Paris einen Passanten mit einem Messer. Seit Jänner 2015 wurden in Frankreich 246 Menschen bei Anschlägen getötet, mehr als 50 Attentate - davon 20 im Vorjahr - wurden nach Angaben der Behörden vereitelt. Beim schwersten Anschlag wurden am 13. November 2015 bei Attacken auf den Musikclub „Bataclan“, das Fußballstadion Stade de France und eine Reihe von Bars und Restaurants in Paris 130 Menschen getötet. „Es gibt kein risikofreies Terrain. Man muss ständig wachsam sein“, sagte Collomb kürzlich in einem Interview mit französischen Medien. 

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.