Auch drei Tage nach seinem spektakulären K.o. findet Boxprofi Wladimir Klitschko keine Erklärung für seinen dubiosen Zusammenbruch. Eines schloss der in Las Vegas im Weltmeisterschaftsduell um die vakante WBO-Krone gegen Lamon Brewster (USA) in der fünften Runde entscheidend unterlegene Schwergewichtler indes aus: "Ich habe nie verbotene Präparate wie Steroide genommen."
Ich bin promovierter Sportwissenschaftler, kennedie Wirkungsweise jedes Präparats, und es wäre totalerUnsinn, wenn ich irgendetwas schlucken würde", sagte derjüngere Klitschko-Bruder am Dienstag in Los Angeles der dpa.
Gerüchte dementiert Im gemeinsamen Trainingscamp mit seinem Bruder Vitaliwehrte er sich damit vehement gegen Gerüchte, die auch Dopingvorwürfeeinschlossen. Wladimir Klitschko selbst sagte nach einer erstenVideo-Analyse seines Kampfes: "Es sah so aus, als wenn ich unterDrogen stand."
Hoher Blutzuckerspiegel Inzwischen wurde bekannt, dass der Blutzuckerspiegelvon Wladimir Klitschko unmittelbar nach dem Kampf gegen Brewsternur um das Zweifache über dem normalen Wert lag. Bruder Vitalihatte am Vortag noch behauptet, er sei vier Mal höher gewesenals gewöhnlich. "Ich möchte dazu nichts weiter sagen.Ich brauche erst die genauen Analysen, erst dann lassen sich Rückschlüsseziehen", meinte Wladimir Klitschko. Diese Analysen soll er frühestensam Wochenende erhalten.
Karriere geht weiter In der Fortsetzung seiner Karriere will WladimirKlitschko am deutsch-amerikanischen Trainergespann Fritz Sdunekund Emanuel Steward festhalten. "Ich war sehr zufrieden mit beiden.Ich war noch nie so gut vorbereitet auf einen Kampf wie gegenBrewster. Ich war auch psychisch super drauf", stellte er fest.Nach dem erstmaligen Video-Studium seines Kampfes gegen Brewsterfühlte er sich in seiner Meinung bestätigt. "So wieich verloren habe, ist es kein psychologisches Problem. Nach derersten Runde habe ich keine Luft mehr bekommen, nach der zweitenRunde kam ich kaum noch vom Stuhl hoch. Was ich da gesehen habe,war nicht Wladimir Klitschko", sagte der Ex-Champion vom HamburgerUniversum Boxstall.
Keine Ausreden Eine Entschuldigung oder Ausrede für sein Debakelvon Las Vegas, das ihm in den Medien unter anderem die Bezeichnung"Dr. Weichei" einbrachte, wollte Wladmir Klitschko nicht finden."Ich habe verloren, so ist es, daran lässt sich nichts mehrändern", sagte der Ukrainer. An seiner Aussage, seine "Karriereunbedingt fortsetzen zu wollen", lässt er keinen Zweifel.
Vitali springt ein Doch nun gilt seine Konzentration und Aufmerksamkeiterst einmal seinem Bruder Vitali, der am 24. April in Los Angelesum den vakanten WM-Titel der WBC gegen Sanders boxt. Aus seinerK.o.-Niederlage werde Vitali zusätzliche Kraft schöpfen,glaubt Wladimir. Schon deshalb ist der 28 Jahre alte Boxprofidavon überzeugt, dass sein Bruder souveräner Weltmeisterwird.
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