Liebe zum "Häfn"?

'Knacker-König' saß schon 30 Jahre Haft ab: erneut verurteilt

Tirol
27.10.2009 13:58
Bereits 14 Mal ist der Innsbrucker Herbert B. (54) wegen Einbruchsdelikten verurteilt worden. Seit seinem 14. Lebensjahr verbrachte er rund 30 Jahren seines Lebens im "Häfn". Und dennoch scheint er den Gaunereien nicht abschwören zu können: Am Dienstag wurde er von Richter Norbert Hofer zu 2,5 Jahren Haft verdonnert.

Angst, Nervosität und späte Reue sind meist die einzigen Begleiter, die Angeklagte in den Gerichtssälen des Innsbrucker Landesgerichtes haben. Gänzlich anders verhielt es sich am Dienstag bei dem grauhaarigen "Einbrecher-König". Ruhig und gelassen betrat er die Räume der Justiz. Ungeniert "thronte" er auf der Anklagebank und ließ die Fragen von Richter Norbert Hofer locker über sich ergehen. Man möchte meinen, der Angeklagte ist sich dem möglichen Strafmaß zwischen ein und 15 Jahren nicht bewusst. "Bei Ihnen geht es heute um sehr viel", ruft ihm Hofer in Erinnerung. Und dennoch, die Ruhe bricht nicht ab: "Herr Rat, ich habe mehr als 30 Jahre Knast am Buckel", konterte er seelenruhig.

Handy-Shop und Blumengeschäft geplündert
14 Mal ließ er bereits in fremden Räumlichkeiten die Scheiben klirren und die Schlösser bärsten. Mitte dieses Jahres, kurz nach seiner letzten Haftentlassung, soll er einen Blumenladen, ein Handygeschäft und eine Bäckerei geplündert haben. Die Beweise wiegen schwer. Einmal wurde er von der Überwachungskamera gefilmt, dann hinterließ er Fußabdrücke und beim letzten Mal wurde er "in flagranti" erwischt.

"Ich gestehe die Einbrüche in das Handygeschäft und in den Blumenladen. In die Bäckerei bin ich aber nicht eingestiegen", so Herbert B.s Verantwortung. Auf Grund des undeutlichen Fußabdruckes wurde er vom "Bäckerei-Einbruch" freigesprochen. Die anderen Coups brachten ihm eine 2,5-jährige Haftstrafe ein.

Hofer hätte jedoch weit tiefer in den Straftopf greifen können: "Auf Grund des geringen Schadens, des Geständnisses und der Tatsache, dass es beim Versuch blieb, gibt ihnen der Senat eine letzte Chance." Ob der "Knacker-König" auf seine "alten Tage" resozialisiert wird, darf aber bezweifelt werden. 

von Matthias Holzmann, Tiroler Krone

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