4 Wochen nach Anschlag

Gift-Krimi: Briten hoffen auf Aussagen der Tochter

Ausland
30.03.2018 12:27

Fast vier Wochen nach dem Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal hoffen Ermittler nun auf Aussagen seiner Tochter Julia. Möglicherweise könnte sie etwa Auskunft darüber geben, ob sie und ihr Vater vor dem Attentat verfolgt wurden, berichteten britische Medien am Freitag.

Sergej (66) und Julia Skripal (33) waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in der südenglischen Kleinstadt Salisbury entdeckt worden. Julia Skripal geht es nach Klinikangaben inzwischen deutlich besser.

Der vergiftete Ex-Doppelagent Sergej Skripal (Bild: AP, krone.at-Grafik)
Der vergiftete Ex-Doppelagent Sergej Skripal

Tochter kann wieder essen und trinken
Die 33-Jährige könne sogar wieder essen und trinken, berichtete der Fernsehsender Sky News. Sie lebt in Moskau und hatte ihren Vater besucht. Er ist in einem kritischen, aber stabilen Zustand. Die Ermittler gehen davon aus, dass beide mit dem in der früheren Sowjetunion entwickelten Kampfstoff Nowitschok vergiftet wurden. Das Nervengift soll an den Händen der Opfer nachgewiesen worden sein, Großbritannien bezichtigt den Kreml als Drahtzieher des Anschlags. Russland weist die Anschuldigungen vehement zurück.

Skripal und seine Tochter kamen wohl an ihrer eigenen Haustür in Salisbury mit dem Gift in Kontakt, wie die Ermittler herausfanden. Es soll der BBC zufolge an der Türklinke aufgebracht worden sein. Einige Nachbarn, Briefträger und die ersten Ermittler am Tatort stehen vorsichtshalber unter Beobachtung, da auch sie mit dem Nervengift in Kontakt gekommen sein könnten, wie die Zeitung „The Telegraph“ berichtete. Ein Spielplatz in der Nähe des Hauses wurde abgesperrt.

(Bild: AFP)

Streit zwischen dem Westen und Russland spitzt sich zu
Der Streit zwischen Großbritannien und Russland löste eine weltweite diplomatische Krise aus. Fast 30 Länder wiesen inzwischen mehr als 140 russische Diplomaten aus. Die Regierung in Moskau verfügte am Donnerstag im Gegenzug die Ausweisung Dutzender westlicher Diplomaten. Skripals Sohn Alexander soll 2017 in Russland an plötzlichem Leberversagen gestorben sein. Britische Medien bezeichnen auch das als mysteriös. Skripals Ehefrau erlag einem Krebsleiden.

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