29.03.2018 10:42 |

Gerichtsprozess

Tiroler Paar vernachlässigte seine Tiere

Sie sind echte Tierliebhaber, saßen nun aber wegen Tierquälerei in Innsbruck vor Gericht. Frischgebackene Eltern (27, 25) waren schlicht und einfach mit ihren zwei Hunden, zwei Katzen und einem Zwergkaninchen, die sie in einer Unterländer Wohnung hielten, überfordert. Statt einer Verurteilung gab es eine Diversion.

„Wir haben den ganzen Tag hinterhergeputzt, waren gegen Ende sicher 30 Mal am Tag mit den Hunden Gassi. Aber wir wussten mit der Zeit nicht mehr weiter und waren überfordert“, erklärte gestern der Angeklagte. Hinzu kam, dass seiner Lebensgefährtin ihr erstes Kind genommen wurde.

Veterinärin schlug Alarm
Eine Veterinärmediziner entdeckte im Juli des Vorjahres die völlig vernachlässigten Tiere. Eine Familienberaterin der beiden Unterländer, die erst im Februar Eltern eines Buben wurden, hatte Alarm geschlagen. Aufgrund eines chronischen Durchfalls waren die Hunde abgemagert und hinterließen überall Kot. „Die Katzen und das Kaninchen waren hochgradig mit Flöhen befallen“, meinte die Ärztin.

„Bekamen keinen Tierarzt-Termin“
Doch ging das Paar nicht zum Tierarzt? „Der war auf Urlaub, woanders bekamen wir keinen Termin“, sagte der 27-Jährige. „Ich habe sogar in einer Wiener Notfallklinik angerufen.“ Die Richterin verhängte über den unbescholtenen Mann 35 Stunden, über die einmal wegen falscher Beweisaussage verurteilte Frau 50 Stunden gemeinnützige Arbeit zu leisten – und vielleicht sogar in einem Tierheim.

Samuel Thurner, Kronen Zeitung

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