Sölden ohne Miller

Jungpapa pfeift auf den Weltcupauftakt - trotz Bestzeiten

Tirol
23.10.2009 09:09
Als "Rebell" hat er sich nach der WM in Val d’Isere im Februar aus dem Ski-Tross kommentarlos verabschiedet, als Vater und Weinbauer kehrt er zurück. Nur Optimismus und Kampfansagen des Bode Miller sind altbekannt. "Ich bin wieder bereit, alles zu gewinnen", erklärte er bei der Präsentation des "Head"-Rennteams am Donnerstag. Sein einziger Auftritt in Sölden: Denn aufs Rennen pfeift er trotz seiner Trainings-Bestzeiten.

"Dacy geht es ausgezeichnet!" Bei diesen Worten über seine kleine Tochter strahlte Miller glücklich. Sonst blickte er am Donnerstag meist recht finster drein und ließ einmal mehr so manche TV-Teams unbeachtet ohne Antwort stehen. Sie hätten sonst vielleicht erfahren, dass Bode im Sommer nicht nur Vater wurde. Auch Weinbauer: In New Hampshire hat er seinen eigenen ausgesetzt. Ob er lieber mit dem Roten oder dem Weißen feiert? "Mit beiden..."

Alle Infos zum Ski-Weltcup findest du in der Infobox!

Und Grund zum Feiern will er in der Olympia-Saison mehr als genug haben. "Natürlich bin ich ein Thema für den Gesamtweltcup – ich fahre wieder alle vier Disziplinen und ich kann in allen gewinnen." Klingt  höchst optimistisch, wenn man bedenkt, dass er erst vor etwas mehr als einem Monat mit dem Training begann. "Und ihr könnt mir glauben: Davor habe ich gar nichts gemacht, wirklich nichts."

Trotzdem fuhr er im Trainingslager im Schweizer Sas Fe schon wieder Bestzeiten. Und zwar gegen einige der besten Riesentorlauf-Fahrer der Welt wie die Italiener Blardone und Simoncelli oder seinen Teamkollegen Ligety. Umso verrückter klingt es, dass er trotzdem auf Sölden pfeift. "In einem Lauf mit 30 Sekunden Fahrzeit kann ich schon wieder alle schlagen, aber für mehr fühle ich mich noch nicht bereit", erklärte er, "außerdem kommt im Februar Olympia und da ist es wichtig, möglichst spät richtig in Form zu sein." Dabei hat er noch letzte Saison mehrmals betont, wie fürchterlich die Spiele für ihn sein würden...

Zwischen FIS und ÖSV droht nächster Eklat
Skandalträchtiges war diesmal von ihm nicht zu hören. Die Versöhnung mit dem US-Verband, für den er ab dem ersten Weltcup-Start in Levi wieder fährt, dürfte ihn gezähmt haben. Zwischen dem Ski-Weltverband und dem österreichischen liegt dagegen ein neuer Eklat in der Luft: Der Sport würde von Bergen und Natur leben und nicht von Hallen, meinte FIS-Präsident Gianfranco Kasper am Donnerstag.

Er sprach damit die vom europäischen Verband um ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel organisierte EM in der Halle von Amneville an. Und drohte Verbänden, die ihre Läufer dort starten lassen, mit Konsequenzen. Offenbar vergaß er, dass die FIS das Einladungsrennen in Moskau unterstützt: Von Bergen und Natur wird dort auch nicht viel zu sehen sein…

von Peter Frauneder, Tiroler Krone

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