Fr, 21. September 2018

In Wien verurteilt

22.03.2018 16:14

Therapeut erstellte falsche Gutachten für Süchtige

Positive Gefälligkeitsgutachten für Süchtige - zumindest in zwei Fällen hat es das bei einem Wiener Psychotherapeuten laut Gerichtsurteil gegeben. Ein Drogentest blieb den Betroffenen damit für eine relativ geringe finanzielle Gegenleistung angenehmerweise erspart.

Der Therapeut arbeitete bei einem Verein, der Entzugstherapien und Drogentests anbietet. In einem Fall bekam ein 24-Jähriger, der wegen eines Drogendeliktes verurteilt wurde, eine Sonderbehandlung – für 100 Euro pro Therapiesitzung und 500 Euro für das Abschlussgutachten. Dafür blieb ihm der entlarvende Test erspart und er entging dank des falschen Gutachtens auch dem Gefängnis. Vor Richterin Elisabeth Reich sagte der Zeuge: „Ich wusste, dass man bei dem Verein eine Scheintherapie machen kann.“

5580 Euro Geldstrafe
In einem zweiten Fall wurde ein verdeckter Fahnder zu dem Therapeuten geschickt. Und jammerte, dass ihm der Drogentest als Fernfahrer ungelegen käme. Er zahlte einige Hundert Euro und bekam dafür ein positives Gutachten, dass er nun clean sei. Der Harntest blieb auch ihm erspart.

Kurz danach folgte die Anzeige des Therapeuten. Er verließ sofort den Verein und wurde jetzt zu neun Monaten bedingt und 5580 Euro Geldstrafe verurteilt. Anwalt Klaus Ainedter erbat Bedenkzeit.

Peter Grotter, Kronen Zeitung

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