21.10.2009 15:30 |

Ortschef abgesetzt

Ischgl-Gemeinderat will Seilbahn-Gelder nicht ausschütten

Um die Ausschüttung von Seilbahn-Geld an die Gemeinde im letzten Augenblick zu verhindern, hat der Ischgler Gemeinderat Dienstagabend gegen den Willen des Dorfchefs die Selbstauflösung beschlossen. Dieser wollte einen Teil des Reichtums der Silvretta-Seilbahn-AG, immerhin 62 Millionen Euro, für die Gemeinde lukrieren.

Bei einer Aktionärsversammlung der Seilbahn AG hätte die Ausschüttung von 10 Millionen Euro Bilanzgewinn aus dem Vorjahr beschlossen werden können: Denn die Gemeinde Ischgl und der Talverband Paznaun halten die Mehrheit. "Die Auflösung des Gemeinderats war die letzte Möglichkeit, das zu verhindern", berichtet der Ischgler-Ex-Bürgermeister Erwin Cimarolli, der Dienstagabend mit 10 zu 3 Stimmen abgesetzt wurde.

"Mein Plan sah vor, drei Millionen in der Seilbahn zu belassen und sieben Millionen Euro aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage an die Gemeinden auszuschütten."

Ischgl hätte drei Millionen Euro lukriert, die anderen Talgemeinden den Rest. "Die Seilbahn hat in Summe 62,5 Millionen auf der hohen Kante. Es ist an der Zeit, den Gemeinden etwas zurückzugeben. Denn diese waren es, die den Bankrott der Liftgesellschaft in den Pionierzeiten vor 40 Jahren verhindert haben!", sagt Cimarolli.

Die Nachbarn haben Aktien, Nächtigungen und Arbeitsplätze, sagen seine Kritiker: Das müsse reichen. Im Jänner wird neu gewählt.

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