Mi, 15. August 2018

Die große Umfrage

19.03.2018 15:42

Ja zu Olympia, wenn Kosten im Rahmen bleiben!

Es sind DIE heißesten Eisen im Land: eine mögliche Olympia-Bewerbung für die Spiele 2026 und natürlich die Gesundheitsreform, die die Schließung kleiner Krankenhäuser und die Errichtung von Leitspitälern mit umfangreichen Leistungen vorsieht. Was meinen die Steirer dazu? Das hat die „Krone“ abfragen lassen.

Im dritten Teil unserer großen Umfrage geht‘s um die großen Streitthemen im Land. Themen, die seit Monaten für ausreichend Diskussionsstoff sorgen und auch die Politik intensiv beschäftigen. Und in nächster Zeit auch noch werden ...

Da wär‘ einmal der Plan, Olympische Winterspiele im Jahr 2026 in Schladming und Graz zu veranstalten. Gute oder schlechte Idee?

Wir haben nachgefragt: „46 Prozent der Befragten ab 16 sagen uns, dass sie eine Bewerbung befürworten“, berichtet Instituts-Leiterin Claudia Brandstätter, „allerdings verbunden mit der Einschränkung, dass das auch leistbar sein muss“. Zu den Details:

- 12,7 Prozent wollen unbedingt, dass sich das Land Steiermark bewirbt.
- 33,3 Prozent unterstützen das Ansinnen der Bürgermeister von Graz und Schladming, Siegfried Nagl und Jürgen Winter, wenn die Kosten dafür jedoch im Rahmen bleiben.
- 33,1 Prozent sprechen sich klar dagegen aus.
- Und 20,9 Prozent halten sich aus diesem Thema überhaupt ganz heraus.

Interessant ist, dass Männer und Obersteirer (Region Schladming-Liezen!) mit 64,4 Prozent die größten Befürworter einer Bewerbung sind, die Südoststeirer sich dafür allerdings kaum erwärmen können. Ebenfalls überraschend, dass die Südweststeiermark mit 50 Prozent die steirisch-olympische Flagge hochhält. Und es fällt auch auf, dass hauptsächlich junge Leut’ den eventuellen Winterspielen in unserem Bundesland etwas abgewinnen können.

Spitalsreform wird deutlich abgelehnt
Nächstes heißes Eisen: die Spitalsreform! Gesundheitslandesrat Christopher Drexlers Plan sieht ja vor, bestehende Landeskrankenhäuser durch Leitspitäler – insgesamt sieben in der Steiermark – zu ersetzen.

Dass die Landsleute damit eine Freude hätten, kann man beim besten Willen nicht behaupten. Im Gegenteil. „Zwei Drittel lehnen das strikt ab, nur ein Drittel kann Leitspitälern etwas Positives abgewinnen“, analysiert die Studienautorin.

Besonders groß ist die Angst vor möglichen Leistungseinschränkungen naturgemäß bei den Älteren (65 +): 37,5 Prozent haben eine eher negative, ebenfalls 37,6 Prozent sogar eine sehr negative Haltung.

Brandstätter: „Nachdem sowohl Wissen als auch Erfahrung fehlen, ist es nicht ungewöhnlich, dass zwei von drei Steirern die Leitspitäler ablehnen!“ Da hat die Regierung offensichtlich noch großen Informationsbedarf in Richtung Bevölkerung umzusetzen. Wenn man nicht bald mit Argumenten auffährt, warum die Gesundheitsreform notwendig und für die Bevölkerung im Endeffekt auch positiv ist, schaut’s finster aus.

Die Steirer – sonst ein sehr zufriedenes Volk
Selbst für die Demoskopen ungewöhnlich, die – im Großen und Ganzen – Zufriedenheit mit der Politik. Da machen Schützenhöfer, Schickhofer & Co. offensichtlich vieles richtig. Bei der Zukunftspartnerschaft sind es immerhin knappe 58 Prozent, die dazu ein deutliches Ja formulieren. Lediglich die Jungen nörgeln etwas. „Die Leute wollen eben keinen Streit haben“, sagt Brandstätter.

Gerhard Felbinger und Gerald Schwaiger, Kronen Zeitung

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