Di, 19. März 2019
19.10.2009 09:56

HNO-Chef angezeigt

54-Jährige fordert Aufklärung über den Tod ihres Mannes

Die Umstände, die bei der Behandlung ihres 64-jährigen Mannes an der Innsbrucker Hals-Nasen-Ohren-Klinik (HNO) zu dessen tragischem Tod führten, veranlassen eine 54-jährige Tirolerin zu einem ungewöhnlichen Schritt: Sie zeigt HNO-Chefarzt Herbert Riechelmann wegen Körperverletzung mit Todesfolge an.

Der 64-jährige HNO-Sonderpatient war im Jänner 2008 mit Schluckbeschwerden auf die HNO gekommen. Diagnose: Tumor am Eingang der Speiseröhre. Nach Bestrahlung, Chemotherapie und weiteren Behandlungen habe sich sein Zustand stetig verschlechtert, berichtete die Gattin des Patienten der "Tiroler Krone".

Nur nach einer Laser-Behandlung sei Besserung eingetreten. Damit habe der behandelnde HNO-Chefarzt, Prof. Herbert Riechelmann – für ihn gilt die Unschuldsvermutung –, aber wieder aufgehört, wundert sich die 54-Jährige. Als ihr Mann schwere Atemnot bekommen habe, sei ein Luftröhrenschnitt gemacht worden. Mit einem "Riesenloch im Hals" sei ihr Mann unverständlicherweise nach Hause entlassen worden. Nach massiven Blutungen seien noch einige Notaufnahmen und Noteingriffe auf der Intensivstation erfolgt, ehe ihr Mann im Jänner unter tragischen Umständen verstorben sei, so die Witwe.

"Ich will kein Geld, sondern Aufklärung"
"Ich las in der 'Krone' von mutmaßlichen Behandlungsfehlern und Anzeigen gegen den HNO-Chef durch eigene Oberärzte", sagt die 54-Jährige. "Mein Mann hätte nicht so elend sterben müssen. Ich will kein Geld. Aber ich will die Dinge aufzeigen und verlange jetzt im Nachhinein Aufklärung, die man mir zuvor versagte", sagt sie. Und ergänzt: "Wenn Dr. Riechelmann nicht alles weiß, werfe ich ihm das nicht vor. Aber warum band er nicht seine engsten Mitarbeiter ein?"

Weitere Kritikpunkte: Dass die Möglichkeit der sofortigen Tumor-Operation nicht besprochen worden sei, Aufklärung über die Schwere der Behandlung kaum erfolgt und andere Therapiemöglichkeiten, wie Laser-Behandlung, nicht durchgeführt und nicht weitergeführt worden seien; und, dass der Luftröhrenschnitt – die Witwe: "Das war der Anfang vom Ende!" – zu massiven Komplikationen geführt habe.

Auf Grund dieser Verdachtsmomente wird der Anwalt der 54-Jährigen, Robert Schuler, diese Woche Anzeige beim Landeskriminalamt einbringen. Wegen Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge.

Tilak: "Kein Hinweis auf Behandlungsfehler"
Die Stellungnahme der Tilak dazu: "Trotz Einsatz modernster Therapieverfahren konnte der Krankheitsverlauf leider nicht zum Positiven gewendet werden. Angehörige, Ärzte und Pfleger waren über den raschen Krankheitsverlauf sehr betroffen. Nach Sichtung aller Unterlagen gibt es keinen Hinweis auf Behandlungsfehler."

von Hans Licha, Tiroler Krone

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