Badewannen-Spaß
Schick den Stress baden!
Makler und gewiefte Hausverkäufer wissen es schon längst: Mit einem geräumigen Badezimmer, in dem eine möglichst eindrucksvolle Badewannne – bevorzugt Eckbadewanne – steht, macht man auf die Interessenten am meisten Eindruck.
Aber auch fernab von jedem Luxus-Wohndenken: Die Mehrheit der Österreicher will auf die Badewanne nicht verzichten. Weit mehr als nur ein Bestandteil einer Sanitäreinrichtung, verkörpert sie Entspannung und Relaxen pur. Oder anders ausgedrückt: Was für das Wohnzimmer die Sitzgruppe, ist für das Badezimmer die Wanne.
Vom natürlichen Tümpel zum Luxusgegenstand
Natürliche Badewannen findet man seit Menschengedenken in Form von Tümpeln, vor allem in der Nähe von heißen Quellen. Diese ersten Badewannen wurden nicht nur gerne vom Menschen, sondern auch von Tieren mit Wonne genutzt.
Belegt sind die Holzzuber des MIttelalters. Das Baden in diesen Zubern folgte lange Zeit einer feststehenden Tradition: Ein- bis zweimal in der Woche gönnte sich die ganze Familie eine gründliche Reinigung – das Badewasser wurde nicht getauscht und so spiegelte die Reihenfolge der Badenden auch den Stellenwert der Haushaltsmitglieder wider: Ins saubere erste Badewasser stieg der Hausherr, gefolgt von Hausfrau und Kindern und schließlich das Dienstpersonal, wiederum in streng geregelter hierarchischer Reihenfolge...
Im 19. Jahrhundert wurden Badewannen aus verzinktem Stahlblech Standard, aber erst 1906 begann das „Brühler Rankewerk“ weltweit als erstes Unternehmen mit der Produktion von emaillierten Stahlbadewannen.
Heute steht eine Vielzahl von Formen und Materialien zur Verfügung. So gibt es neben der bekannten körperlangen Badewanne auch Sitzbadewannen, Eckbadewannen, und auch der Whirlpool gilt als Sonderform der Badewanne.
Als besonders trendig gelten zurzeit – und zwar weltweit - frei stehende Badewannen aus massivem Holz, die es je nach Design und Verarbeitungsunterschieden in den verschiedensten Preisklassen gibt: von relativ erschwinglich bis zum wahren Luxusmöbel der Extraklasse.
Einfach entspannen…
Aber ganz egal, ob Uralt-Billigwanne oder Designkunst: Nicht die Form macht letztlich den Badewannenspaß zum Kult, sondern das Eingleiten in das warme, entspannende Wasser und die höchst private Zeremonie rund ums Vollbad. Stellt sich der eine Kerzen auf, bevorzugt der andere gedämpftes Licht und leise Musik oder ein gutes Buch.
Erlaubt ist, was gefällt, und die einzige Regel lautet: Perfektes und schnelles Abschalten von Tageshektik und –stress.
Besonders leicht geht das mit Hilfsmitteln wie Badezusätzen – von muskelentspannend bis leicht belebend – oder speziellen, selbst gemischten bzw. verfeinerten Badezusätzen. Tipp für Samthaut auch bei rauen Außentemperaturen: Drei oder vier Esslöffel Schlagobers den gewohnten Badezusätzen beimischen.
Für besonders wohltuende Dufterlebnisse sorgen verschiedenste Aromaöle – aber Achtung: Beim Kauf prüfen, ob das spezielle Öl auch für das Badewasser geeignet ist.
Auch in gesundheitlicher Hinsicht sind die vielen positiven Effekte eines Vollbades anerkannt: Muskelverspannungen werden durch das warme Wasser gelockert, Erkältungskrankheiten kann so manches Mal durch ein „schönes, heißes Bad“ wirksam vorgebeugt werden (bei akuten Infektionen mit Fieber nicht baden – Kreislaufbelastung!) und nicht zuletzt sorgt der Entspannungseffekt ganz allgemein für eine positivere Stimmung und damit auch für eine Kräftigung des Immunsystems. Einschränkungen gibt es allerdings für Menschen mit Kreislaufproblemen. Hier kann zu langes oder zu warmes Wasser unter Umständen zu massiven gesundheitlichen Problemen führen. Also, im Zweifelsfall erst den Arzt fragen.
Einige Tipps für das Wohlfühlbad
- Optimale Wassertemperatur: Liegt zwischen 36 und 38 Grad.
- Abwechslung: Eine reiche Auswahl von Badezusätzen und Aromaölen steht zur Verfügung – die verschiedensten Wirkstoffe sollten bewusst ausgewählt werden. So sagt man z.B. einem Orangeblütenbad eine besonders entspannende und im Übrigen auch leicht antivirale Wirkung nach. Für besten Schlaf werden Mischungen mit Melisse oder vor allem auch Lavendel empfohlen.
- Für Ruhe sorgen: Auch die beste Planung nützt nichts, wenn das Vollbaderlebnis durch ständiges Handyläuten gestört wird. Bewusst für Ruhe sorgen und das Handy für diese Zeit abschalten.
- Wannenaccesoires: Lesen in der Badewanne ist gemütlich. Noch gemütlicher wird es mit eigenen Lesestützen, die es speziell für Badewannen gibt. Auch eigene Nackenkissen sorgen dafür, dass man selbst bei leichtem Eindösen nicht mit verkrampften Halsmuskeln aufwacht. Sehr praktisch sind auch Badewannen-Trinkhalter.
- Richtiges Ausklingen: Länger als 20 Minuten sollte ein Vollbad nicht dauern. Häufigere Überschreitungen dieser Badezeit schaden der Haut. Jedenfalls sollte man aber die Badewanne dann verlassen, wenn man anfängt, leicht zu frieren. Langsam aus der Wanne steigen! Optimal ist es, sich nach dem Bad noch für eine halbe Stunde gemütlich hinzulegen.







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