Fr, 20. Juli 2018

Stundenlange Gefechte

15.01.2018 20:29

Venezolanische Armee greift Putschisten an: Tote

In einer dramatischen Operation hat das venezolanische Militär am Montag eine Gruppe Aufständischer angegriffen, die zur Rebellion gegen den sozialistischen Präsidenten Nicolas Maduro aufgerufen hatte. Laut Regierung wurden mehrere Menschen getötet - darunter auch zwei Polizisten. Stundenlang war die Siedlung El Junquito in der Nähe der Hauptstadt Caracas umstellt. Es kam zu heftigen Feuergefechten. Die Mitglieder der "Terrorzelle" seien niedergeschlagen und fünf von ihnen festgenommen worden, teilte das Innenministerium mit.

Während der Gefechte meldete sich der seit über einem halben Jahr gesuchte Anführer der Rebellen, Oscar Perez, über die sozialen Medien aus seinem Unterschlupf. Schwer blutend erklärte er, dass seine Kameraden und er sich ergeben möchten. "Das wollen sie aber nicht, sie wollen uns alle töten", beteuerte Perez. "Hier sind auch Zivilisten und sie feuern mit Raketen auf uns", erklärte der ehemalige Hubschrauberpilot, der zu den Regierungsgegnern übergelaufen war. Nach dem Ende der Militäroperation ist das Schicksal von Perez unklar. Er wird von der Regierung als "Terrorist" bezeichnet und gilt als Staatsfeind Nummer 1.

Hubschrauberangriff auf Innenministerium und Höchstgericht
Perez hatte Ende Juni 2017 von sich reden gemacht, als der Pilot der Polizeieinheit CICPC mit einem gekaperten Hubschrauber das Innenministerium beschoss und Granaten auf den Obersten Gerichtshof abfeuerte. Verletzte gab es nicht; Maduro sprach von einem Putschversuch. Perez sieht sich als Anführer zur Befreiung des Landes vom Sozialismus. Nach Misswirtschaft und gesunkenen Öleinnahmen steht das Land mit den größten Ölreserven vor dem Kollaps, es gibt die höchste Inflation der Welt und Normalbürger bekommen in Supermärkten kaum noch Lebensmittel. Zuletzt nahmen landesweit Plünderungen zu.

In einem Manifest sprach Perez von einer "Koalition zwischen Militärs, Polizisten und Zivilisten". Beobachter gehen aber eher davon aus, dass die Rebellengruppe lediglich aus wenigen Mitgliedern besteht, sofern sie nach der Operation am Montag noch überhaupt besteht.

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