26.12.2017 12:18 |

Besorgnis wächst

Britische Marine überwacht russische Kriegsschiffe

Die Besorgnis über zunehmende Aktivitäten russischer U-Boote im Mittelmeer und Atlantik - vor allem in der Nähe wichtiger Datenkabel - wächst. Denn: Sollten diese Kabel, die den Internetverkehr und andere Kommunikationsverbindungen nach Europa und Nordamerika sicherstellen sollen, auf Befehl des Kremls gekappt werden, hätte das immense Folgen für die globale Wirtschaft. Aber auch russische Kriegsschiffe stehen unter Beobachtung. Jüngst nun haben Schiffe der britischen Marine ein russisches Kriegs- sowie ein Aufklärungsschiff in der Nordsee verfolgt. 

Die HMS St Albans habe die russische Fregatte Admiral Gorschkow am Montag in der Nähe britischer Hoheitsgewässer überwacht, teilte das britische Verteidigungsministerium am Dienstag mit. Seinen Angaben zufolge haben zuletzt offenbar vermehrt russische Schiffe britische Gewässer durchquert. So habe am Sonntag auch das britische Patrouillenschiff HMS Tyne ein russisches Aufklärungsschiff verfolgt, das durch die Nordsee und den Ärmelkanal gefahren war. Ein Marine-Hubschrauber habe zudem zwei weitere russische Schiffe beobachtet.

Der britische Verteidigungsminister Gavin Williamson erklärte nach dem Vorfall, er werde beim Schutz der britischen Gewässer "nicht zögern" und "keine Form der Aggression dulden". Großbritannien lasse sich nicht einschüchtern, wenn es darum gehe, "unser Land, unser Volk und unsere nationalen Interessen zu verteidigen".

Das Verhältnis zwischen Russland und Großbritannien ist seit Jahren stark angespannt. Derzeit untersucht eine britische Parlamentskommission Vorwürfe über russische Cyberattacken während des Brexit-Referendums im Juli 2016 und der britischen Parlamentswahl im Juni 2017. Beim ersten Besuch eines britischen Außenministers in Moskau seit fünf Jahren hatte sich Boris Johnson am Freitag um ein Ende der Eiszeit bemüht. Bei einer Pressekonferenz mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow kam es allerdings zum Streit um die mutmaßlichen russischen Manipulationsversuche beim Brexit-Referendum.

NATO besorgt wegen Aktivitäten russischer U-Boote
Auch die NATO ist besorgt - vor allem was die Aktivitäten russischer U-Boote in Atlantik und Mittelmeer angeht. "Russland hat massiv in seine Marine investiert, insbesondere in U-Boote", sagte der Generalsekretär des westlichen Bündnisses, Jens Stoltenberg, der "Frankfurter Allgemeinen Wochenzeitung". Nun will das Bündnis nachziehen und sein Marine-Kapazitäten steigern.

"Russland zeigt klar ein Interesse an der Unterwasser-Infrastruktur der NATO und NATO-Länder", zitierte die "Washington Post" US-Admiral Andrew Lennon, den Kommandanten der U-Boot-Streitmacht des westlichen Bündnisses.

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