Ein Hauch von Chanel

“Coco & Igor” im Rausch der Leidenschaft

Kino
14.04.2010 14:35
Die filmische Romanze "Coco & Igor" skizziert eine mögliche sinnliche Liaison zwischen Coco Chanel und Igor Strawinsky. Verführung nach Noten - und ein Hauch Chanel Nummer 5!

Eine Frau. Ein Mann. Er ein Komponist, der der Musik zu Beginn des 20. Jahrunderts radikal neue Seiten abgewinnt und mit virtuosen Dissonanzen jongliert, sie eine junge Modeschöpferin, die die Weiblichkeit aus der Enge des Korsetts schält - mit legeren Kreationen einen neuen Frauentyp definiert. Zwei Menschen, die der Rebellion mit Stil frönen, für die kreative Umsetzung ihrer Ideen brennen - und ein Funkenschlag der Passion, an dem sich eine delikate Amour fou entzündet. 

Der Film "Coco & Igor", Regie: Jan Kounen, ist die romantisch-vage Rekonstruktion einer Leidenschaft, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Chris Greenhalgh, der biographische Fakten und Zeitgeschichte mit der Möglichkeit einer sinnlichen Liaison verwebt und so zwei Genies auf ungewöhnliche Weise Kontur verleiht.  

Liebe in Paris
Die Namen der begabten Liebenden: Coco Chanel und Igor Strawinsky. Ort des Geschehens: Paris. 1913 bringt Strawinsky seine musikalische Interpretation für Ballett "Le sacre du printemps" ("Die Frühlingsweihe - Bilder aus dem heidnischen Russland") zur Uraufführung, die in einem Tumult endet und als eine der größten Pariser Theaterskandale in Erinnerung bleiben wird. Doch unter den Zuschauern befindet sich eine junge Frau, Coco Chanel, die offenbar sehr feine Antennen für die kontroverse Genialität des missverstandenen Russen hat und von seiner Musik völlig gefangen ist. Es vergehen sieben Jahre, bis der Choreograph Sergej Diaghilew Coco mit dem inzwischen aus Russland nach Paris geflohenen Strawinsky bekannt macht, dessen desaströse finanzielle Lage sein Talent zunehmend einkerkert. 

Und Coco - nach dem Tod ihres Liebhabers Arthur "Boy" Capel emotional verwaist - handelt. Sie nimmt den mittellosen Komponisten mitsamt seiner schwindsüchtigen Frau und dessen vier Kinder in ihre luxuriöse Villa "Bel Respiro" in Garches auf. Er überarbeitet sein "Le sacre du printemps", sie experimentiert mit Aldehyden, also mit synthetischen Essenzen und kreiert zu dieser Zeit den Kult-Duft Chanel N°5. Begierde zwischen Noten und Destillaten. Staunende Fassungslosigkeit ob der Macht des Sehnens, die Erfüllung will. Und bekommt. Entwaffnende Zärtlichkeit und monströse Leichtsinnigkeit. Denn plötzlich ist alles nichts ohne die Intensität der Lust. 

Arbeit am Vormittag, Leidenschaft am Nachmittag
Cocos erotische Experimentierfreude verblüfft, ja betäubt Igor Strawinsky. Morgens arbeiten sie, nachmittags lieben sie sich. Und die Währung der Liebe ist die Zeit, die sie einander schenken. Gestohlenes Glück, entfacht von der Glut der verbotenen Natur ihrer Beziehung. Wie ein Pendel schlägt das Herz des Komponisten in weitem Bogen zwischen den beiden Frauen in seinem Leben hin und her.

Regisseur Jan Kounen: "Genaugenommen ist dieser Film eine träumerische Essenz dessen, was Igor Strawinsky und Coco Chanel ausmachte, und dessen, womit sie die Welt prägen sollten." In Mads Mikkelsen ("Nach der Hochzeit", "Casino Royale") und in der schönen Lagerfeld-Muse und Aktrice Anna Mouglalis, die als Model den eleganten Feminismus von Chanel bereits komplett verinnerlicht hatte, fand er seine perfekte Besetzung.

Mouglalis: "Karl Lagerfeld stand der Produktion beratend zur Seite und entwarf sogar eine Robe nur für den Film!" Welchen Duft trägt die attraktive Schauspielerin mit der rauchigen Stimme und dem akazienhonigfarbenen Augen selbst? Mouglalis: "Ich mag 'Allure Sensuelle' und habe mir Cocos olfaktorisch inspirierte Weisheit 'Une femme sans parfum est une femme sans avenir - Eine Frau ohne Parfum ist eine Frau ohne Zukunft' schon in ganz jungen Jahren zu Herzen genommen. Ein edler Duft adelt jedes Outfit. Und wenn es nur ein quergestreiftes Top im Marinelook ist, wie es Coco am Strand von Deauville für sich entdeckte!"

von Christina Krisch, Kronen Zeitung
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