Wegart wurde am 25. Juli 1918 in Graz geboren, wuchs aber bei seinen Großeltern in Altneudörfl bei Bad Radkersburg auf. Er arbeitete zunächst als Landarbeiter, musste im November 1939 zur Deutschen Wehrmacht einrücken und kämpfte gemeinsam mit vielen anderen Österreichern bei der 3. und 5. Gebirgsdivision in Norwegen, Griechenland, Kreta und Russland. Durch eine Verwundung am 4. Mai 1945 entging er der Gefangenschaft. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg schlug Wegart den Weg in die Politik ein. LHStv. Hermann Schützenhöfer würdigte Wegart am Samstag: "Seine Kriegserlebnisse prägten auch seine politische Tätigkeit, stets setzte sich Wegart für ein friedliches Miteinander und für eine starke Demokratie ein".
Vom Parteisekretär zum Landtagspräsidenten
Wegart begann seine Tätigkeit in der steirischen ÖVP zuerst als Bezirksparteisekretär in Radkersburg, dann als Landesparteiorganisationsreferent und schließlich als Landesparteisekretär (1947 bis 1961). Seit 1949 Mitglied des Landtages, war Wegart von 1961 bis 1985 als Landesrat und Vize-LH (1971-1985) für Personal, Fremdenverkehr und Sport zuständig. Von 1985 bis Oktober 1993 war er Landtagspräsident. Von 1964 bis 1987 stand er dem steirischen ÖAAB vor, von 1988 bis 1992 war er Bundesobmann des Seniorenbundes und Mitglied des VP-Bundesparteivorstandes. In der Affäre um Bundespräsident Kurt Waldheim 1987 wollte sich Wegart gemeinsam mit dem steirischen Politiker und früheren Landesrat Helmut Heidinger aus Protest freiwillig auf die Watch-List setzen lassen. Seit 1988 und bis zu seinem Tode war Wegart Landesobmann des Seniorenbundes.
Schützenhöfer: "Ich verneige mich in großer Dankbarkeit"
Wegart starb in der Nacht auf Samstag um 23.15 Uhr im Grazer Albert-Schweitzer-Hospiz. Vize-LH Schützenhöfer, der als dessen "politischer Ziehsohn" gilt, meinte in einer Würdigung: "Ich verneige mich in großer Dankbarkeit vor dem politischen Lebenswerk meines väterlichen Freundes. Er hat Zeit seines politischen Wirkens die Versöhnungspolitik gelebt". Der Südsteirer sei ein glühender Europäer gewesen, "vor allem aber ein Politiker, der davon beseelt war, alles nur Denkbare zu tun, dass die Menschen Arbeit und Brot haben". Als Fremdenverkehrsreferent bleibe er der Vater der Erfolgsgeschichte des steirischen Thermenlandes. Der Bau des Stubenbergsees und der Ausbau der Skiberge seien untrennbar mit ihm verbunden, so Schützenhöfer.
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