Heiß muss es sein unter den mit Neonbändern beklebten schwarzen Müllsäcken. Die Herrschaften haben zu jeder Nummer eine Choreographie, wahren jedoch den Nimbus des chaotischen Haufens. "Prollig" will diese Truppe sein: eine gesunde Punk-Attitüde kann man ihr - trotz jahrelangen kommerziellen Erfolgs - durchaus attestieren.
Mit "Arbeit nervt", dem Titellied der neuen CD, predigen sie ironische Verdrehung sozialistischer Werte und bierseligen Klassenkampf zugleich. Doch geht es hier keineswegs um Politik. Es wird gefeiert, bis die Luftfeuchtigkeit zum Regen kondensiert.
Stagediving im Schlauchboot
Pausenlos hämmernde Elektrobeats und fette Synthie-Klänge vom Band kulminieren in enthusiastischen Sprechchören: "Remmidemmi", "Urlaub vom Urlaub" und "Wir ziehen in den Krieg / unsre Waffe ist Musik": Warum sich nicht fallen lassen? Hier ist Silvester und Fasching zugleich. Es gibt halbnackte Liebesszenen, Trampolinspringen und - eine großartige Idee, die schon die deutschen Kollegen von Rammstein erfolgreich getestet hatten: Stagediving im Schlauchboot.
"Bon Voyage"
Erst spät wird "Bon Voyage" zugegeben, ein Klassiker. Damals hatte man noch die Nerven, an langen Texten zu arbeiten. Heute wird verkürzt. Denn Arbeit nervt.
von Matthias Wagner, "Steirerkrone" und steirerkrone.at
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