Zahlungen in einer Größenordnung von mehreren Hunderttausend Euro gehen jedes Jahr an steirische "Medizin-Opfer". 86 Prozent aller Beanstandungen werden übrigens erledigt, ohne dass ein Verfahren angestrengt wird; also quasi außer Streit.
Geschlichtet wird von vier Institutionen
Die restlichen 14 Prozent allerdings, die haben es meist in sich. Und landen vor einer der Schlichtungsstellen oder vor der so genannten "Patienten-Entschädigungskommission". "Geschlichtet" wird gleich von vier Institutionen - für die Zahn- und niedergelassenen Ärzte, die Privatspitäler und letztendlich die Krankenanstalten-Gesellschaft (KAGes). Besonders spektakuläre Fälle (etwa im Körper vergessene Skalpelle, verkehrt angenähte Gliedmaßen) scheinen in der 2008er-Statistik allerdings nicht auf.
Von der Patienten-Entschädigungskommission (sie hat nichts mit den Schlichtungsstellen zu tun) sind zusätzlich 120 Verfahren abgewickelt worden, an die 800.000 Euro wurden an Patienten ausbezahlt.
Ansprüche werden aus Fond getilgt
Übrigens, die öffentliche Hand muss dafür keinerlei Steuermittel aufwenden: Jeder stationäre Patient zahlt 73 Cent pro Tag in einen Fonds ein, aus dem dann (berechtigte) Ansprüche erledigt werden.
Zurück zur Patienten-Ombudsfrau: Künftig wird sie sich nicht mehr nur ums Spitals- und Pflegewesen kümmern müssen, sondern um den gesamten weiß-grünen Gesundheitsbereich. So sieht es zumindest das Land vor. Spätestens im März soll ein entsprechendes Gesetz verabschiedet sein.
"Doch ohne zusätzliche Mitarbeiter ist das nicht zu bewältigen. Diese Frage muss erst noch geklärt werden", gibt sich Renate Skledar durchaus kämpferisch.
von Gerhard Felbinger und Gerald Schwaiger, "Steirerkrone"
Symbolbild
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