Desolater Reisebus

Rollender Schrotthaufen aus Verkehr gezogen

Steiermark
06.01.2009 14:16
Steirische Autobahnpolizisten haben am Samstag einen in Dänemark zugelassenen Reisebus aus dem Verkehr gezogen, der zahlreiche gefährliche technische Mängel aufwies. Die vier Hinterreifen des Fahrzeuges waren zur Gänze abgefahren, es war kein Profil mehr vorhanden. Auch die Bremsen und die Lenkung zeigten sich in derart schlimmen Zustand, dass jederzeit ein Versagen möglich gewesen wäre. Die Kennzeichentafeln wurden abgenommen, der Bus abgestellt, die Fahrgäste in einem nahe gelegen Rasthaus untergebracht und ein Ersatzbus organisiert.

Die Beamten der Autobahnpolizeiinspektion Gleinalm hatten gegen 16.30 Uhr auf der A9, der Pyhrnautobahn, auf Höhe Mautern im Bezirk Leoben den in Richtung Linz fahrenden Autobus (Baujahr 1990) angehalten. Der Bus sollte die 2.630 Kilometer lange Strecke von Nerashte in Mazedonien nach Kopenhagen zurücklegen. Besetzt war er mit 49 Passagieren, darunter 15 Kinder. Die Beamten hatten beim Vorbeifahren des Busses ein starkes Prellen der Hinterräder gehört und das Fahrzeug deshalb angehalten.

Gaspedal blieb stecken, Fäkalien flossen aus
Die genaue Kontrolle ergab eine umfangreiche Schadensliste: Abgesehen von Reifenoberflächen, die knapp vor dem Aufspringen waren, gab es gefährliche Mängel bei der Hinterachse, den Druckluftbremsen, dem Lenkgetriebe, dem hinteren Rahmen und etlicher anderer Dinge. So blieb das Gaspedal ständig in Vollgasstellung stecken und musste vom Lenker mit dem Fuß zurückgezogen werden. Der Tank für die WC-Abwässer war undicht, wodurch die Fäkalien auf die Fahrbahn flossen. Die Lenker führten weder Verbandszeug noch die geforderte externe Leuchte mit.

Lenker mussten Sicherheitsleistung zahlen
Die beiden mazedonischen Lenker im Alter von 42 und 46 Jahren konnten jeweils nur ein Schaublatt vorlegen. Darauf war allerdings nicht die gesamte Strecke von Nerashte bis Mautern aufgezeichnet, weil in Mazedonien und Serbien angeblich andere Chauffeure fuhren. Von den Lenkern und dem Busbesitzer wurde eine vorläufige Sicherheitsleistung von insgesamt 3.300 Euro eingehoben.

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