"Ich dachte, Josef arbeitet als EDV-Programmierer", zeigte sich Eva L. (58) bei der Überbringung der überraschenden Erbschafts-Nachricht jetzt mehr als nur erstaunt. "Ich hatte ja keine Ahnung, dass er offenbar seit Jahren in einem Zelt hauste." Und auch über die weltweite Bekanntheit ihres Verwandten wusste sie nicht Bescheid. Denn der "Millionen-Sandler" aus Wolverhampton war schon zu Lebzeiten ein echter "Kultstar". Zahlreiche Internetseiten widmen sich auch heute noch Josef Stawinoga. Kein Wunder, war seine Vita doch auch mehr als nur unkonventionell.
Stawinoga in Wolverhampton lokale Berühmtheit
Geboren wurde Stawinoga im Jahr 1920 in Polen. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging er nach England und heiratete dort schließlich eine Österreicherin. Doch nach wenigen Jahren scheiterte die Ehe, er gab seinen Beruf auf und führte fortan ein Eremiten-Dasein auf der Verkehrsinsel der Ringstraße in Wolverhampton. Er avancierte binnen kürzester Zeit zu einer lokalen Berühmtheit, Studenten widmeten ihm Homepages. Manche Hindus verehrten ihn sogar als Heiligen! Im Oktober 2007 verstarb der vermeintlich bettelarme Tramp mit 86 Jahren.
Auf die Spur der 58-jährigen Wienerin kamen einmal mehr Erbenermittler Nicolas Forster und sein Team der "Historikerkanzlei". Der zuständige Sachbearbeiter Christoph Unger: "Neben der Dame konnten auch noch zwei weitere heimische Nachlassberechtigte gefunden werden. Sie leben seit geraumer Zeit im Ausland."
Gregor Brandl, Kronen Zeitung
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