Alter des Holzes wird genau bestimmt
Ziel ist einerseits die Sanierung des hölzernen Umgangs, der sich in sehr schlechtem Zustand befindet. Seine schwache Konstruktion macht ihn bei viel Schnee schon zum Problemfall. Im Frühjahr 2009 folgt die Trockenlegung des Mauerwerks. Die Vorarbeiten sind sehr umfangreich, werfen aber neue Erkenntnisse ab. So wurde der Umgang erstmals einer Jahresring-Analyse unterzogen, mit der das Wiener Uni-Team von Dr. Michael Grabner das Alter des verwendeten Holzes bestimmt.
Aber auch das Mauerwerk ist für den Bauforscher spannend wie ein Krimi. Markus Zechner: "Im Mittelalter hat sich die Art zu mauern alle
30 Jahre verändert. Wir haben beim Uhrturm am Mauerwerk bis zu 20 Schichten. Das ist, als würde man in einem Buch blättern!"
Bereits erste Ergebnisse
Anhand sehr genauer Pläne und Untersuchungen rekonstruiert man die Geschichte des Wahrzeichens. Und erste Ergebnisse gibt es auch schon: So ist nun geklärt, dass der Uhrturm ein Bauwerk aus dem 13. Jahrhundert (ca. 1230) ist und nicht erst, wie früher vermutet, im 16. Jahrhundert seine Gestalt annahm.
Sanierung
Mittels Dendrochronologie kann das Alter von Holz bestimmt werden. Dabei nutzt man den Umstand, dass die Jahresringe je nach Wetterlage im betreffenen Jahr unterschiedlich breit sind. In warmen, feuchten Sommern wachsen Bäume naturgemäß besser als in trockenen, heißen. Aus diesen Daten werden Musterkurven errechnet. Die Proben werden mit den bekannten historischen Mustern abgeglichen. Die Universität für Bodenkultur Wien hat für den heimischen Raum Daten für mehrere Jahrtausende gesammelt. Wenn sich an den Holzproben noch Rindenreste befinden, kann sogar das Jahr der Baumfällung bestimmt werden. Solche Untersuchungen sind zwar nicht neu, die Methodik hat sich durch die Computertechnik jedoch sehr verfeinert.
Geschichte
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.