Turbulente Sitzung

Landes-VP weiter für Pröll, gegen Große Koalition

Steiermark
28.11.2008 00:40
Turbulent ist es beim ÖVP-Parteivorstand am Mittwoch in Graz zugegangen. Viele der 70 Delegierten - Bürgermeister, Bezirksobleute - waren schon mit Wut im Bauch angereist. Wochenlang habe man vor Rot-Schwarz gewarnt, sich den Mund fusslig geredet - und sei man in Wien belächelt worden. Nach dem Motto, es ist eh nichts Neues, wenn sich die Steirer aufpudeln...

Parteichef Hermann Schützenhöfer (Foto) musste also den Feuerlöscher auspacken, um einen drohenden Flächenbrand zu ersticken. "Wir haben klargestellt, dass wir weiterhin gegen die Zusammenarbeit mit dieser SPÖ, aber für unseren Hoffnungsträger Josef Pröll sind." Heißt im Klartext, die steirischen Stimmen sind Pröll am Freitag sicher.

"Keine Abspaltung"
Das Thema Abspaltung ist damit offiziell vom Tisch. "Es gibt keine Überlegung in diese Richtung", so Schützenhöfer, der mit Kritik an seiner Partei aber nicht hinter dem Berg hielt. Man habe das Diskutieren völlig verlernt, die Wahlniederlage noch nicht verdaut. "Dann hält man also sicher auch einen sehr kritischen Schützenhöfer aus."

Causa Gas: "Bomben" gegen Voves
Die ÖVP sperrt sich gegen die Einführung des Gasbonus, stimmte dem Stück in der Montags-Regierungssitzung nicht zu. Am Mittwoch bombardierte man dann Landeschef Voves mit zehn Fragen: So will man etwa über die umstrittenen Fixpreisgeschäfte der EStAG und die bürokratischen Abwicklungskosten Bescheid wissen. Klubobmann Drexler ist vor allem die Begrenzung auf 20.000 Kilowattstunden ein Dorn im Auge: "Der Bonus ist sozial ungerecht." Der Konter der SPÖ folgte prompt. Klubobmann Kröpfl kritisierte das "zynische VP-Doppelspiel auf Kosten der Gaskunden".

von Gerald Schwaiger, "Steirerkrone"

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