So, 19. August 2018

Kampf um Bildung

25.10.2008 11:50

Immer mehr Deutsche verklagen Unis für Studium

Wenn das auch in Österreich Schule macht, können sich Unis und Gerichte auf viel Arbeit einstellen: In Deutschland versuchen immer mehr junge Menschen, einen Studienplatz an einer Hochschule einzuklagen. Das ergab eine Umfrage des deutschen Nachrichtenmagazins "Focus" an allen Verwaltungsgerichten in Deutschland, wie das Münchner Blatt am Samstag vorab aus seiner neuen Ausgabe berichtete. Im Jahr 2007 wurden demnach über 27.300 Anträge und Klagen auf Zulassung zu einem Hochschulstudium bei den Justizbehörden eingereicht.

Vor allem in den Numerus-Clausus-Fächern Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie versuchen die Kläger, vor Gericht einen Studienplatz zu erstreiten. In einzelnen Bundesländern war 2007 die Zahl der Klagen im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. So gingen in Berlin laut "Focus" im vergangenen Jahr 4.112 Klagen ein, 2006 waren es 2.573.

Gute Erfolgsaussichten der Klagen
In Baden-Württemberg stieg die Zahl im selben Zeitraum von 932 auf 1.561, in Hessen von 2.951 auf 3.211. Verwaltungsgerichte in München, Halle und Gera, die für große Hochschulstandorte zuständig sind, meldeten in diesem Jahr demnach ebenfalls einen deutlichen Anstieg der Klagen. Auf Studienplatzklagen spezialisierte Anwälte beziffern die Erfolgschancen ihrer Mandanten auf bis zu 80 Prozent.

Erste Klagen auch in Österreich
Erste Anzeichen, dass diese Klagswelle auch nach Österreich schwappen könnte, gibt es bereits: Anfang Oktober war bekannt geworden, dass eine deutsche Staatsbürgerin Österreich wegen der Quotenregelungen für den Zugang zum Medizinstudium verklagen will.

Sie habe beim Eignungstest im Sommer 2008 besser abgeschnitten als viele zugelassene Österreicher und sei daher nur aufgrund der Quote für Nicht-Österreicher abgewiesen worden, begründete sie ihren Schritt. An den Medizin-Unis sind 75 Prozent der Studienplätze für Österreicher reserviert, 20 Prozent für EU-Bürger und 5 Prozent für Nicht-EU-Ausländer.

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