Mi, 15. August 2018

Dicke Finanzspritze

15.10.2008 19:20

Hypo Steiermark erhält 70 Millionen Euro

Die Landes-Hypothekenbank Steiermark AG hat in einer außerordentlichen Hauptversammlung am Dienstag eine Kapitalspritze in der Höhe von 70 Millionen Euro bekommen. Mit dem frischen Geld sollen "die wesentlichen Weichenstellungen zur strategischen Neuausrichtung" vorgenommen werden, hieß es vom Unternehmen.

Genau genommen erfolgte die Beschlussfassung über die Kapitalerhöhung mehrheitlich durch den Hauptaktionär, die Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG (RLB). Der Minderheitseigentümer Land Steiermark (25 Prozent plus eine Aktie) will zunächst die positive Genehmigung durch die Kommission der Europäischen Union abwarten, jedenfalls aber sein Bezugsrecht ausüben und entsprechend seiner Beteiligung an der beschlossenen Kapitalerhöhung teilnehmen, hieß es.

Depatten um Rolle des Landes
In den vergangenen Monaten hatten sich heftige Debatten um die Rolle des Landes entsponnen: Das Land, das 1998 und 2002 die Mehrheit um 210 Mio. Euro an die RLB verkauft hatte, musste schließlich den ursprünglichen Plan aufgeben, auch das restliche Viertel an den Hauptaktionär zu verkaufen. Zum einen wurde der mögliche Erlös als zu gering eingestuft, zum anderen hatte allem Anschein nach auch der über Syndikatsverträge bevorrechtete mögliche Käufer das Interesse verloren. Zudem, so hatte es am Montag nach der Sitzung der Landesregierung geheißen, wäre ein Verkauf in Zeiten von Finanzkrise und der Re-Verstaatlichung von Banken nicht das richtige Signal.

Kreditverträge sollen nun über Raiffeisen laufen
Sinn der Kapitalerhöhung ist es, das beschlossene neue Geschäftsmodell umzusetzen. Dieses sieht vor, dass künftig die gesamte Abwicklung von Kreditverträgen über die RLB erfolgt, während sich die Hypo auf die Geschäftsfelder Immobilien, institutionelle Anleger sowie gehobene Privatkunden ("Premiumkunden") konzentriert. Ein Viertel der Mitarbeiter soll abgebaut werden bzw. zur RLB wechseln. Wie eine Sprecherin sagte, sei mit der Umsetzung der neuen Strategie bereits begonnen worden, der Abschluss sei 2009 geplant. Die "Mitarbeitergespräche" seien im Gange, es werde nach einem Sozialplan vorgegangen.

Ende 2007 beschäftigte die Hypo (Bilanzsumme: 5,4 Mrd. Euro) laut Jahresbericht 364 Mitarbeiter.

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