Attacke im Bus

Grazer soll Kontrolleurin schwer verletzt haben

Steiermark
07.08.2008 00:45
Einem 20-jährigen Hilfsarbeiter aus Graz ist am Mittwoch am Grazer Straflandesgericht zur Last gelegt worden, im August 2007 eine Fahrscheinkontrolleurin schwer verletzt zu haben. Im Prozess gegen den gebürtigen Türken beteuerte dieser seine Unschuld. Das Opfer hingegen war sich sicher, dass es sich bei dem Angeklagten um den Täter handelt. Der Prozess wurde vertagt, um weitere Zeugen zu befragen.

Der 20-Jährige soll am 13. August des vergangenen Jahres ohne gültigen Fahrschein mit einem Bus der Grazer Verkehrsbetriebe gefahren sein. Dabei ertappte ihn eine Kontrolleurin. Der "Schwarzfahrer" sollte sich ausweisen, dabei kam es zur Tat. "Als die Bustür aufging, bin ich nur noch geflogen", schilderte das Opfer. Die Frau erlitt einen Bluterguss am Hinterkopf, einen Bandscheibenvorfall im Halsbereich und eine Prellung des Innenohres. Einen Tinnitus habe sie noch heute, außerdem sei sie noch immer in psychologischer Betreuung: "Ich bin froh, dass ich das verarbeitet habe."

Angeklagter: "Ich hätte die Strafe bezahlt"
Der Ertappte ist in Begleitung eines anderen jungen Mannes nach der Tat geflüchtet. Das Opfer war sich vor Gericht sicher: "Der Bursche hinter mir war es. Ich vergesse dieses Gesicht nicht", so die Frau zu dem im Saal hinter ihr sitzenden Beschuldigten. Der Angeklagte bekannte sich trotzdem nicht schuldig: "Wäre ich es gewesen, hätte ich meine Strafe bezahlt." Wegen der erdrückenden Beweislage wies Richterin Gudrun Schmitt mehrmals darauf hin, dass sich ein frühes Geständnis im Falle einer Verurteilung strafmildernd auswirke. Doch der Hilfsarbeiter blieb dabei. Die Verhandlung wurde auf September vertagt.

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