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29.09.2016 - 19:05
Jamala wird beim Song Contest wohl nicht allzu viele Punkte aus Russland bekommen.
Foto: ASSOCIATED PRESS

Krimtatarin darf mit Protestlied zum Song Contest

10.03.2016, 21:48

Trotz massiver Kritik aus Russland ist der Beitrag der Ukraine zum diesjährigen Eurovision Song Contest zugelassen worden. Das Lied "1944" der Krimtatarin Susana Jamaladinowa alias Jamala, das die Deportation der Minderheit unter dem sowjetischen Diktator Josef Stalin behandelt, verletze die Regeln des Wettbewerbs nicht, teilten die Organisatoren am Donnerstag in Genf mit.

Russland hatte der Ukraine vorgeworfen, mit dem Beitrag zu politisieren. Die "Eignung" von Jamalas Lied für den ESC sei geprüft worden, hieß es dazu aus Genf. Dabei seien die Verantwortlichen zu dem Schluss gelangt, dass "der Titel und der Text keine politische Botschaft enthalten und dass der Song nicht im Widerspruch zu den Regeln des Wettbewerbs steht. Daher kann das Lied am Eurovision Song Contest 2016 teilnehmen", hieß es.

Foto: AP

In ihrem Lied "1944" verarbeitet Jamala die Geschichte ihrer Urgroßmutter, die zusammen mit ihren fünf Kindern deportiert wurde, während ihr Mann in der Sowjetarmee gegen die Nazis kämpfte. Ihre einzige Tochter starb auf dem Weg nach Zentralasien.

Heftiger Protest auf der Krim und in Russland

Die 32- jährige Jazzsängerin hatte sich im Februar beim ukrainischen Vorentscheid in Kiew gegen fünf Konkurrenten durchgesetzt.  In einem traditionellen tatarischen Kleid und unter Tränen präsentierte sie ihr selbst komponiertes Lied, das von der Deportation der Krimtataren unter Stalin erzählt. Aus Russland und von der annektierten Schwarzmeer- Halbinsel Krim gab es daraufhin heftige Kritik.

Von den rund zwei Millionen Bewohnern der Krim, die mehrheitlich russische Wurzeln haben, gehören etwa 300.000 dem muslimischen Turkvolk der Tataren an. Unter Stalin wurden sie als "Nazi- Kollaborateure" verfolgt und im Mai 1944 innerhalb weniger Tage nach Zentralasien zwangsumgesiedelt. Fast die Hälfte der 240.000 Deportierten kam ums Leben. Zum Ende der Sowjetunion durften die Überlebenden in ihre Heimat zurückkehren.

Moskau geht mit harter Hand gegen Krimtataren vor

Im März 2014 annektierte Russland die Krim. Die Tataren lehnten die Annexion wegen ihrer historischen Erfahrungen vehement ab. Moskau geht seither mit harter Hand gegen die Minderheit vor - Aktivisten wurden festgenommen und Anführer von der Krim verbannt.

Video: Jamalas Song "1944"

Video: YouTube.com

10.03.2016, 21:48
AG/red
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