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22.07.2017 - 23:25
Mitten im Innsbrucker Stadtzentrum wurde der Häftling schließlich erwischt und festgenommen.
Foto: zeitungsfoto.at

Böhm- Entführer sprang aus dem Gerichtssaal

19.05.2017, 23:45

Spektakuläre Flucht am Innsbrucker Gericht: Der mutmaßliche Entführer der Böhm- Tochter Sissi sprang am Freitag nach der Urteilsverkündung aus dem ersten Stock in die Freiheit. Trotz dreier Justizwache- Beamten war es dem Kroaten (26) gelungen zu entkommen - aber nicht lange. Der als gefährlich eingestufte 26- Jährige wurde von Zivil- Beamten mitten im Stadtzentrum überwältigt und verhaftet.

Danijel L. (26) steht im Verdacht in Innsbruck die Tochter von Karlheinz Böhm, Sissi, überfallen und entführt zu haben. Ihm droht deswegen sogar ein Verfahren wegen Mordversuchs. Gestern Vormittag saß der 26- Jährige auf der Anklagebank, weil er auch einige Einbrüche auf dem Kerbholz hat. Da zeigte er sich geständig und "kassierte" ein Jahr Haft.

Sprung aus dem Fenster

Als er mit seinem Anwalt und der Dolmetscherin zur Urteilsbesprechung vor den Verhandlungssaal gehen wollte, sah er seine Chance gekommen: Danijel L. nützte ein kurze Unaufmerksamkeit der Beamten, stürmte im Saal zum gegenüber liegenden Fenster, riss es auf und sprang knapp drei Meter in die Tiefe! Er landete auf einem Blumenbeet und stürmte davon.

"Er hatte sogar schon seine Kleidung gewechselt"

Sofort wurde eine Großfahndung im Stadtgebiet von Innsbruck eingeleitet, die auch rund 30 Minuten später von Erfolg gekrönt war. Zwei Zivilbeamte entdeckten den Kroaten am Eingang der Altstadt, überwältigten und verhafteten ihn. "Die Beamten hatten ihn erkannt, obwohl er bereits seine Kleidung gewechselt hatte. Wo, wissen wir noch nicht", berichtet Gernot Wadlitzer, Kommandant der Polizei Innere Stadt. "Sie sprachen ihn an, und da versuchte er wieder zu fliehen, doch dieser Versuch scheiterte."

Erstmalige Flucht eines inhaftierten Angeklagten aus dem Gericht

Zur Erleichterung aller, denn der Kroate gilt als sehr gefährlich. Deshalb waren auch drei - anstatt der sonst üblichen zwei - Justizbeamte zur Bewachung abgestellt. Nach Erinnerungen aus dem Gericht ist es noch keinem inhaftierten Angeklagten gelungen, aus dem Verhandlungssaal zu fliehen.

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"Der Vorfall wird genau analysiert"

Die genauen Umstände der Flucht werden vom Justizministerium untersucht. General Josef Schmoll gibt preis, bis wann mit dem Endergebnis zu rechnen ist.

Wie konnte es überhaupt zur Flucht kommen?

Derzeit liegen mir noch keine Details vor. Wir müssen den Vorfall erst einmal gründlich untersuchen und das machen wir in den kommenden Tagen. Mit dem Endergebnis ist frühestens Anfang nächster Woche zu rechnen.

Ein Inhaftierter wird in der Regel von zwei Justizwache- Beamten zum Gericht gebracht. Warum waren es dieses Mal drei Beamte?

Wie viele Justizwache- Beamten benötigt werden, bestimmt stets die Haftanstalt selbst. Und auch die Entscheidung über die Sicherheitsvorkehrungen obliegt der Justizanstalt.

Mit welchen Konsequenzen haben die drei Justizwache- Beamten zu rechnen?

Ob es überhaupt zu Konsequenzen kommen wird, steht noch nicht fest. Das ist von den Umständen abhängig und diese müssen wir - wie schon erwähnt - erst gründlich eruieren.

Stefan Ruef und Jasmin Steiner, Kronen Zeitung

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