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23.01.2017 - 17:56
"Cecil" (Bild li.) und US-Jäger Walter Palmer (auf dem rechten Bild mit einem anderen Löwen)
Foto: AFP, Trophy Hunting America

Keine Strafe für Löwe "Cecils" Jäger Walter Palmer

14.10.2015, 07:59
Tierschützer weltweit zeigen sich entrüstet darüber, dass die Regierung Simbabwes offenbar keinerlei Konsequenzen aus den Skandal um den ermorderten Löwen "Cecil" zieht: Am Montag verkündete sie, dass der Jäger Cecils, der amerikanische Zahnarzt Walter Palmer, keine rechtlichen Konsequenzen befürchten muss. Laut Umweltminister Oppah Muchinguri-Kashiri waren die Jagdpapiere "in Ordnung".

Indra Kley, Leiterin des Österreich- Büros der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten": "Aus Tierschutzsicht ist das schlicht ein Skandal. Die Jagdgesetze in Simbabwe schützen offensichtlich die Jäger und nicht die Tiere! Kurz nach Cecils Tod gab Simbabwe bekannt, ein Verbot von Canned Hunting in Betracht zu ziehen. Nun scheint es unklar, ob überhaupt jemand für diese grausame Tötung rechtlich zur Verantwortung gezogen wird." Fest steht: Die Trophäenjagd ist immer mit großem Tierleid verbunden, egal, ob sie legal oder illegal durchgeführt wird.

Cecils Schicksal steht stellvertretend für viel Tierleid

Cecils Tod hat die brutalen Exzesse der Trophäenjagd der Öffentlichkeit vor Augen geführt. Der Löwe wurde mit Pfeil und Bogen erlegt und musste 40 Stunden lang leiden, bevor er schließlich verstarb. Sein Schicksal wurde öffentlich bekannt, doch er ist nicht das einzige Opfer dieses grausamen Sports. In Südafrika werden jeden Tag etwa drei Löwen, hauptsächlich von ausländischen Amateurjägern, erlegt. In den sogenannten "Canned Hunts" (Gatterjagden) werden dafür Tiere angeboten, die an Menschen gewöhnt sind und nicht entkommen können.

Tierschützer fordern ein Canned Hunting- Verbot

Expertin Indra Kley weiter: "Cecil steht für all die Löwen, die jedes Jahr in Afrika getötet werden. Obwohl es ihre Heimat ist, ist es ein furchtbarer Ort für diese majestätischen Tiere. 6000 Löwen, die in Gefangenschaft gezüchtet wurden, warten nur darauf von Trophäenjägern erlegt zu werden - und das völlig legal." Tierschützer fordern bereits seit Jahren ein Verbot von Canned Hunting und kommerziellen Löwenaufzuchtsfarmen in Südafrika, eine Petition dazu finden Sie unter www.cannedhunting.com .

Importverbot von Löwentrophäen als erster Schritt

Die "Vier Pfoten" arbeiten daran, die Situation für Großkatzen auf internationalem Niveau zu verbessern: Um sowohl die Löwen in der südafrikanischen Zuchtindustrie, als auch die gefährdeten wild lebenden Tiere wie Cecil zu schützen, fordert die Organisation europäische Länder wie die USA dazu auf, den Import von Löwentrophäen zu verbieten. Australien hat in dieser Hinsicht bereits eine Vorreiterrolle eingenommen, und ein gesetzliches Verbot für den Import von Löwentrophäen ausgesprochen. Das Großkatzenschutzzentrum "Lionsrock" in Südafrika bietet über 100 Löwen und Tigern ein artgemäßes Zuhause - einige von ihnen konnten auch aus Einrichtungen der Canned Hunting Industrie gerettet werden.

14.10.2015, 07:59
red
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