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09.12.2016 - 18:34

Arche- Park verleiht alten Rassen frisches Blut

05.05.2014, 08:26
Angefangen hat's so, dass der Obi-Hansl mit dem Bagger umgefallen ist. Daher hat er heute den 1. Arche-Park mit 15 seltenen Tierrassen - zum Sehen, Fühlen, Staunen, Entschleunigen. Die "Krone" war bei ihm zu Besuch.

"Bei einer Strichn duttlts scho!", freut sich Johann Reitbauer über das frischgeborene Schaferl, das endlich die "Milchbar" bei der Mama gefunden hat. Kennen tut man ihn aber überall als den Obi- Hansl, unter dem Vulgo- Namen, weil früher hat's einen Hans im Tal gegeben und der andere war, klar, halt der oben am Berg. Und jetzt ist auf 940 Metern Seehöhe in Sallegg bei Koglhof ein Park entstanden, wie es ihn österreichweit zum allerersten Mal gibt.

Baggerunfall führte zur Idee

Ein Arche- Park. Mit 15 Tierrassen, die man sonst selten – oder überhaupt nicht – findet. "Wir haben früher einen Mutterkuhbetrieb gehabt und wollten ihn zu einem 'Slow- Park' zum Entschleunigen umbauen. Bei den Arbeiten hat's mich mit dem Bagger umg'haut. Und da hab ich viel Zeit gehabt für das Internet." Da ist er dann auf die Arche Austria  gestoßen, den Verein zur Erhaltung von seltenen und gefährdeten Haustierrassen. In Folge entstand schließlich der Park.

Winzige Kühe und seltene Ziegen

Mit der Dahomey hat die Familie etwa die winzigste Kuh der Welt, mit der Vierhornziege ganz was Seltenes, Krainer Steinschafe, Hochlandrinder, die Ennstaler Bergschecke, Quessantschaf oder Nackthalshahn zählen zu den imposanten 15. So wie das robuste Sulmtaler Huhn, das man fürs Ei genauso nutzen kann wie für das Fleisch. "Früher, da waren die Leut' halt gscheiter. Da haben sie ihren Hausverstand genutzt. Statt Tiere zu 'produzieren', die gar nicht mehr stehen können vor lauter Fleisch oder binnen Wochen so wachsen wie unsere das in Monaten tun..."

Altes Wissen weitergeben

Abartig findet er die Entwicklung in manchen Bereichen, auch was Saatgutverordnungen oder Gesetzesentwürfe angeht, die Bauern zu Sklaven der Industrie machen. Und uns alle gleich mit dazu. Altes, gutes Wissen weiter zu geben, das ist dem Obi- Hansl wichtig. Und den Menschen wieder Respekt vor Tieren zu geben, "denn es ist teilweise furchtbar, was da passiert".

"Viele Leute haben kein Mitgefühl mehr"

Schockierendes hat er selber gesehen: Zwei Kinder, die mit einem Stock auf eine kleinen Ziege eindreschen – und die Eltern schauen nur blöd zu. Oder ein Jugendlicher, der den wehrlosen Hasen erst streichelt und ihn dann meterweit wegschleudert wie einen Ball. "Das kommt von der Brutalität im Fernsehen", ist sich der Obi- Hansl sicher. "Viele Leute haben kein Mitgefühl mehr, kein Gespür dafür, dass andere Schmerzen empfinden oder leiden können."

Die Arbeit ist oft hart

Deswegen macht er weiter, sagt er. Selbst wenn die Arbeit hoch oben am Berg oft genug hart ist. Etwa wenn einige Besucher immer wieder seltene Pflanzenarten (auch darauf sind er und seine Frau Liesi spezialisiert) einfach ausgraben und stehlen. Was ihn beflügelt: "Dass so viele gestresste Leute hier herkommen. Die Tiere bewundern. Die Natur genießen. Eine gute Jause bei uns zu schätzen wissen. Und dann entschleunigt, glücklich heimfahren. Das macht auch uns glücklich."

Weitere Informationen unter www.obi- hansl- huette.at .

05.05.2014, 08:26
Christa Blümel & Jürgen Radspieler, Kronen Zeitung/red
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