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03.12.2016 - 00:20
Udo Jürgens mit Bruder Manfred Bockelmann und Tochter Jenny Jürgens
Foto: APA/EPA/CHRISTIAN CHARISIUS

Jenny Jürgens: "Hab begonnen zu zittern"

07.12.2015, 08:33
Am 21. 12. 2014 starb Udo. Tochter Jenny (am Freitag im ORF-Jahresrückblick) über ihre Art der Verarbeitung, ihre Hochzeit und ihr neues Leben in Spanien.

"Krone": Jenny, war dieses vergangene Jahr - trotz deiner Hochzeit - das härteste deines Lebens?
Jenny Jürgens: Ja, würd ich schon so sagen. Ich bin ja zum Glück eine ungebeutelte Frau, eine vom Schicksal komplett verschonte Person. Und der Tod des Vaters ist letztlich eine Normalität, mit der jeder irgendwann umzugehen hat. Aber wir alle - die Fans und die Familie - haben das total ausgeblendet. Er hatte so eine Kraft, so eine Ausstrahlung! Wir sind alle davon ausgegangen, dass er sehr alt wird. Obwohl ich schon auch die immense Erschöpfung gesehen hab; bei dieser ganzen Feierei rund um den Achtziger. Da saß ein ganz müder Mann. Natürlich hat's ihm geschmeichelt, aber er fand's auch ermüdend, permanent auf sein Alter reduziert zu werden.

"Krone": Sein Tod kam ganz plötzlich - wie hast du's erfahren?
Jürgens: Ich war gerade tags zuvor - nach extrem anstrengenden Dreharbeiten für die Telenovela "Rote Rosen" - in Mallorca gelandet und sitz am 21. 12. gerade mit Freunden unten am Hafen, da krieg ich eine SMS von John: "Ruf mich sofort an." Da hab ich begonnen zu zittern...

"Krone": Erinnerst du dich noch an den Inhalt deines letzten Telefonats mit deinem Vater?
Jürgens: (denkt lange nach) Nein; daher war da sicher nichts Außergewöhnliches. Wir haben bestimmt wieder über seine Tournee geredet. Ich hatte einen Vater, der entweder auf Tournee war oder sich auf eine Tournee vorbereitet hat. Darum ging's dann auch in achtzig Prozent unserer Telefonate.

"Krone": Die extrem große öffentliche Trauer - war das zusätzlicher Stress oder Trost?
Jürgens: Beides. Auf Facebook war eine ungeahnte Welle des Trostes, so überdimensional! Wirklich sehr berührend! Andererseits war ich anfangs wie unter einer Glocke. Alles stürmt auf einen ein, man kann's gar nicht mit sich ausmachen. Dazu haben im Jänner ja schon wieder die Dreharbeiten begonnen, fünf Tage die Woche, 100- 120 Seiten Text. Ich hatte einen irrsinnigen körperlichen Stress, es war einfach zu viel.

"Krone": Hast du in dieser ersten Zeit ganz bewusst seine Lieder NICHT gehört?
Jürgens: Im Gegenteil, Vera! Ich hab sie bewusst ganz oft gehört, weil ich dann immer sehr viel weinen musste und ich weiß, dass das wichtig ist. Mittlerweile hör ich sie eher nicht mehr, weil da fang ich ziemlich sicher wieder zu weinen an. Aber ich hab jetzt den Tod von Papa begriffen und verarbeitet.

"Krone": Bist du gläubig?
Jürgens: Nein; da bin ich das Kind meines Vaters - aber etwas offener: Ich halte nichts für unmöglich. Er hingegen war überzeugt, dass sich der Mensch den Glauben angeeignet hat, um sich die Fassungslosigkeit des Sterbens leichter zu machen.

"Krone": Den Halt hat dir dann vermutlich vor allem dein "frischer" Ehemann gegeben!
Jürgens: (lacht) Stimmt! Obwohl die Hochzeit schon auch ein Wechselbad der Gefühle war: Einige Menschen haben's schlimm gefunden, dass ich ein halbes Jahr nach Papas Tod heirate. Aber erstens stand der Termin fest, und zweitens hätte es Papa ganz furchtbar gefunden, wenn ich da trauere.

"Krone": Du lebst mit deinem Mann, dem Regisseur David Carreras Sole, jetzt hauptsächlich in Mallorca?
Jürgens: Ja, in einer Finca mit Tieren; Tiere sind Balsam für Seele und Psyche! Ich hab hier ein neues Leben angefangen. Für mich ist das hier sehr angenehm, weil in Deutschland eilt mir immer der Papa voraus; man ist stolz auf ihn und liebt ihn - aber jetzt erst erleb ich, wie toll und entspannend es ist, einfach die Jenny zu sein...

07.12.2015, 08:33
Vera Russwurm, Kronen Zeitung
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