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06.12.2016 - 17:21
Foto: Viennareport

"Ich denke mir nach wie vor, der Karl ist bei mir"

03.06.2015, 16:50
Die Trauer von Friedericke Wlaschek ist groß. Das Herz ihres Mannes hörte am Sonntag auf zu schlagen. Jetzt gewährt die zurückhaltende Dame Einblicke in ihr Leben mit dem Milliardär.

Für Freunde kam's nicht überraschend, als Milliardär Karl Wlaschek (†97) am 14. April 2012 seine Friedericke zur Frau nahm. Er war ein Mann der Tat. Seine (fünfte) Ehefrau – sie war zwei Mal davor verheiratet – nahm den zurückhaltenden Part in der Beziehung ein. Sie hatten sich immer etwas zu sagen und werden auch eines Tages die letzte Ruhestätte teilen, wie die Witwe im Gespräch mit der "Krone" erzählte.

"Krone": Frau Wlaschek, unser aufrichtiges Beileid. Ihr Mann verstarb am vergangenen Sonntag. Wie geht es Ihnen so kurz danach?
Wlaschek: Natürlich miserabel. Aber oft denke ich mir, er ist da. Weil er eigentlich viel geschlafen hat und ich immer darauf gewartet habe, dass er aufwacht. Er war kein Pflegefall, nur er war etwas müde schon natürlich wegen seinem Alter.

"Krone": In den letzten Momenten seines Lebens konnten Sie bei ihm sein?
Wlaschek: Leider, es war nicht vorauszusehen, dass er so rasch stirbt. Die Ärzte im Krankenhaus haben das nicht gewusst. Ich war ja sonst immer nahezu 24 Stunden bei ihm. Wir haben, so wie fast immer, uns an den Händen gehalten und miteinander geplaudert und gelacht. Viel gelacht haben wir, der Karl hatte einfach immer etwas zu erzählen.

"Krone": Ihr Mann war also stets fideler Natur? Als Charlie Walker hat er ja jahrelang ganze Gesellschaften mit seinem Piano unterhalten.
Wlaschek: Ja, ja! Ich habe ihm sogar jetzt noch ein recht günstiges Klavier gekauft. Für mich hat es einfach wunderschön ausgesehen – das wird nun im Schlosshotel einen Platz finden.

"Krone": Obwohl er der drittreichste Österreicher war, führten sie beide ein bescheidenes Leben, das nicht von Glanz und Glamour geprägt war. Sie waren eigentlich recht "sparsam", oder?
Wlaschek: Ja, eigentlich schon. Wir haben ein ganz normales Leben geführt. Mein Mann hat aber schon ein paar Reisen mit mir gemacht. Einmal durfte ich Zettel ziehen. Möglich waren Reisen in den Steirerhof, nach Paris oder nach Cannes. Ich habe Cannes gezogen. Ich dachte mir, na dann werden wir nächste Woche halt fahren. "Nein, wir fahren diese Woche, Freitag", hat er gesagt. Er war halt wahnsinnig spontan.

"Krone": Und sonst?
Wlaschek: Wir hatten es eigentlich immer lustig. Auch mit seiner Mausi, seiner Tochter – die zwei hatten ein gutes Verhältnis. Sie hat immer gesagt: "Das ist wie Kabarett mit euch beiden."

"Krone": Der Altersunterschied von immerhin drei Jahrzehnten hat nie eine Rollen zwischen ihnen gespielt.
Wlaschek: Heutzutage ist das doch nichts mehr. Aber für mich war das ohnehin nie ein Problem. Ich habe ältere Halbgeschwister und ich habe eine "alte Mutter" gehabt. Sie hat mich erst mit 36 Jahren bekommen. Für damals war das alt.

"Krone": Sie haben viel Zeit miteinander verbracht.
Wlaschek: Richtig. Er hat auch zu mir gesagt, dass ich seine Familie bin. Genau so war er es ja auch für mich. Seine Kinder sonst kennen mich gar nicht.

"Krone": Das heißt, sie haben alles miteinander geteilt?
Wlaschek: Ja, wirklich. Nur ein Nachmittagsschlaferl, das halte ich nicht. Da habe ich immer einen Fernseher gebraucht, weil da habe ich mir "Shopping Queen" angesehen, während er sich ausruhte. Aber mein Mann hat immer gesagt, ich darf sagen, was ich will. Ich beleidige niemanden. Wenn es sein muss, muss es halt sein.

"Krone": Jetzt gerade ist ein schwieriger Abschnitt Ihres Lebens. Wer sind die Menschen, die Trost, Rat oder Mut spenden?
Wlaschek: Unsere Grazer Freunde, die sind mir so viel wert. Ich habe auch viele Bekannte, die ich bereits bevor ich "Herrn Wlaschek" kennengelernt habe, kannte, die jetzt schon um mich kümmern und für mich da sind. Er fehlt mir halt so sehr…

"Krone": Was haben Sie an Ihrem Mann am meisten geliebt?
Wlaschek: Dass er mich immer aufgeheitert hat. Und dass er mir immer so lustige Sachen aus seinem Leben erzählt hat. Ich war offen zu ihm und er war offen zu mir.

"Krone": Es heißt, es habe keinen Ehevertrag zwischen ihnen beiden gegeben. Es ist aber alles geregelt?
Wlaschek: Ich war immer zufrieden. Und ich bin auch jetzt sehr, sehr zufrieden.

"Krone": Ihr Mann wird in einem Mausoleum in einem Wiener Innenstadt- Palais beigesetzt?
Wlaschek: Ja, es steht "KW" auf dem Sarg oben. Und auf dem zweiten Sarg steht "FW".

"Krone": Das steht für Friedericke Wlaschek. Das heißt, Sie wollen eines Tages neben Ihrem Mann Ihre letzte Ruhestätte finden?
Wlaschek: Ich bin stolz darauf. Ich habe einst zu meinem Mann gesagt, ich lasse mich verbrennen und stelle eine Urne rein – mir ist das wurscht. Er meinte, nein, du wirst nicht verbrannt! Du bekommst einen Platz neben mir…

03.06.2015, 16:50
Adabei Norman Schenz, Kronen Zeitung
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