Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
22.09.2017 - 17:23
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER

Missstände im AKH kosten Steuerzahler 319 Millionen Euro

08.05.2013, 18:20
Die Dimensionen des neuen Skandals im AKH erreichen Skylink-Niveau: So kritisiert nun der Rechnungshof, dass Fehler der Spitalsführung die Steuerzahler bis zu 319 Millionen Euro kosten - das ist ein Betrag in etwa der Höhe der Verteuerung des Airport-Terminals.

Trocken beschreiben die Rechnungshofprüfer die Missstände im Wiener AKH in ihrem 169 Seiten starken Bericht. Der schwerste Vorwurf: Immer wieder werden Bettensperren verhängt, weil Pflegepersonal fehlt - dem Großspital (10.000 Mitarbeiter, 1,2 Milliarden Euro Jahresbudget) entgingen so in fünf Jahren Einnahmen in der Höhe von 319 Millionen Euro.

Der Rechnungshof schildert dazu auf Seite 63 des Berichts ein Beispiel: Weil eine Abteilungshelferin ausfiel und keine Aushilfe eingestellt worden ist, wurden zwar in einem Monat 2.300 Euro an Personalkosten gespart, aber aufgrund des dadurch bedingten Bettenleerstands Mehrkosten in der Höhe von 16.000 Euro verursacht.

Ärzte verweigern Infos über Zweitjob

Und: Die Zahl der Krankenstandstage pro Mitarbeiter stieg in lediglich drei Jahren von durchschnittlich 33,8 auf nun 44,1 Tage pro Jahr. Privatangestellte fallen im Jahr 13 Tage aus.

Kritik äußern die Prüfer auch an den Nebenbeschäftigungen der AKH- Mediziner: 54 Prozent der Ärzte haben "mindestens einen Nebenjob", verweigern aber darüber jede Auskunft. Dazu ein besonderer Fall auf Seite 146 des Berichts: "Eine Mitarbeiterin durfte trotz Langzeitkrankenstands weiterhin eine Nebenbeschäftigung ausüben."

Wehsely: "Es gab ein Managementversagen"

Wiens Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) verweist einmal mehr darauf, dass Reformen bereits beschlossen worden sind: "Ja, es gab ein Managementversagen. Es kommt jetzt eine realistische Bettenzahl im AKH und eine bessere Personalplanung. Bisher hat es auf einigen Stationen nur eine Auslastung von 60 Prozent gegeben, auf anderen aber 98 Prozent und sogar Gangbetten - so geht das nicht weiter."

Wiens ÖVP- Obmann Manfred Juraczka nimmt den neuen Rechnungshofbericht zum Anlass für heftige Kritik an der SPÖ: "Reformen sind längst überfällig. Da wurde doch viel zu lange zugewartet: Die Sozialdemokraten regieren ja nicht erst seit gestern in Wien."

08.05.2013, 18:20
Richard Schmitt, Kronen Zeitung
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert