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09.12.2016 - 18:43
Schiebel-Boss Hannes Hecher mit einer der Drohnen
Foto: Zwefo

Lokalaugenschein in österreichischer Drohnenfabrik

01.11.2014, 08:00
Sie suchen nach Flüchtlingen, Minen und in der Ukraine nach der Wahrheit: Die Rede ist von Drohnen, die in Österreich hergestellt werden. Die "Krone" stattete der geheimen Hightech-Schmiede einen Besuch ab.

Von Weitem, so im Herbstnebel gelegen, sieht das Gebäude aus wie etwas, das ein TV- Schurke bewohnen würde, der die Weltherrschaft an sich reißen möchte: ein moderner Kubus mit viel Glas, schwarzen Fronten, beim Haupteingang ein Sicherheitssystem mit Kameraauge. Schurke ist falsch, "Weltherrschaft" stimmt - zumindest, was den Bekanntheitsgrad betrifft.

Denn in dem Architektur- Domizil im niederösterreichischen Wiener Neustadt ist Schiebel zu Hause. Schiebel, das ist jene Firma, die unbemannte Luftfahrzeuge entwickelt, baut und in die Welt hinausschickt. Zuletzt auch für die OSZE in die Ukraine zur Waffenstillstandsüberwachung.

Zahlreiche Einsatzbereiche für Hightech- Drohnen

Schiebel baut also Drohnen, und trotzdem ist man dort mit dem Wort nicht ganz einverstanden. "Auch die Mini- Hubschrauber, die in jedem Geschäft erhältlich sind und per Handy- App gesteuert werden können, heißen schon Drohne", erklärt Schiebel- Boss Hannes Hecher. Und die Geräte aus der Österreich- Schmiede können weitaus mehr, als nur im Kreis fliegen: Sie entdecken Waldbrände, scannen mit einer Laser- Abtastung die Oberfläche, suchen nach von Schädlingen befallenen Bäumen, Ölflecken auf dem Meer oder Minen.

Die Hightech- Apparate sind im Durchschnitt 200 Kilogramm schwer, können sich bis zu zehn Stunden in der Luft halten und dabei 400 Kilometer operativen Einsatzbereich überwachen. Und per App lassen sich die Geräte auch nicht steuern. Die Piloten müssen eine achtwöchige Ausbildung an einem Flugsimulator absolvieren und zuvor ein kompliziertes Aufnahmeprozedere bestehen, das nicht jeder Teilnehmer schafft.

Am Rande der künstlichen Intelligenz

All das erzählt Hecher gerne in einem Raum im ersten Stock, an dessen Ende ein Panoramafenster den Blick auf die Produktionshalle darunter freigibt. Ausgeschlachtete, halb fertige und bereits getestete Drohnen reihen sich dort aneinander, überall wird geschraubt, programmiert, geklebt und getestet. Die Köpfe der meisten Apparate sind geöffnet, darunter offenbart sich ein kompliziertes Gehirn aus Rohren, Drähten und Chips. Mitarbeiter verfrachten Drohnen gerade in einen Container. Adressat: die OSZE.

Es ist schon am Rande der künstlichen Intelligenz angesiedelt, was diese Dinger alles können. "Sie erstellen in der Luft, etwa bei der Suche nach Flüchtlingen für die italienische Marine im offenen Meer, eine Prioritätenliste. Welches Schiff braucht am ehesten Hilfe, welches droht bald unterzugehen", schildert Hecher. Tausende Personen konnten so schon gerettet werden. Dank der Technik aus der Luft - und die ist freilich nicht billig. Alleine das Kameraauge, das selbst nachts sieht, kostet mehr als 300.000 Euro.

"Weltherrschaft" hängt an Zertifizierung

Womit wir wieder bei der "Weltherrschaft" wären: Noch gibt es Probleme bei der Zertifizierung für den heimischen Luftraum, Schiebel investierte in drei Jahren acht Millionen Euro, um diese zu erlangen. Ist sie da, ist der Anflug der nützlichen Drohnen nicht mehr aufzuhalten.

01.11.2014, 08:00
Michael Pommer, Kronen Zeitung/red
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