Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
23.09.2017 - 10:31
Foto: thinkstockphotos.de

Wälder speichern deutlich mehr CO2 als angenommen

14.07.2011, 20:00
Der Wald ist ein deutlich größerer CO2-Speicher als bisher angenommen. Weltweit schlucken die Wälder rund 2,4 Milliarden Tonnen Kohlenstoff pro Jahr, das entspricht 8,8 Milliarden Tonnen CO2. Zwischen 1990 und 2007 war das in Summe rund ein Drittel des Kohlenstoffs, der in dieser Zeit durch die Verwendung fossiler Brennstoffe freigesetzt wurde, wie eine in der neuen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Science" veröffentlichte Studie zeigt.

"Die Wälder sind damit praktisch für die gesamte terrestrische Kohlenstoff- Speicherung verantwortlich", erklärte einer der Autoren, Anatoly Shvidenko, vom Internationalen Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA)  in Laxenburg (NÖ).

Andere Landschaften und Landnutzungsformen wie landwirtschaftliche Flächen, Grasland oder Tundra spielen auf globaler Ebene keine Rolle als CO2- Speicher beziehungsweise seien bestenfalls CO2- neutral, indem sie ebenso viel Kohlenstoff aufnehmen wie sie abgeben.

Wälder als globale "CO2- Staubsauger"

Die bedeutende Rolle der Wälder als globale "Staubsauger" des klimaschädlichen Treibhausgases CO2 war schon lange klar, die neuen Daten würden aber deren überragende Bedeutung als terrestrische CO2- Senke belegen, heißt es seitens des IIASA. Die bisherigen Schätzungen stammten aus 1994 und waren deutlich ungenauer als die aktuellen Berechnungen, die neueste Daten und Methoden berücksichtigten, sagte Shvidenko. Derzeit sind in weltweit knapp vier Milliarden Hektar Wald mehr als 860 MilliardenTonnen Kohlenstoff gespeichert, der Großteil davon im Boden und in der lebenden Biomasse.

Die - vom Menschen noch unbeeinflussten - tropischen Regenwälder zeichnen für die Aufnahme von mehr als einer Milliarde Tonnen Kohlenstoff pro Jahr verantwortlich. Der boreale Nadelwald in den nördlichen Zonen, primär in Kanada und Russland, schluckt 500 Millionen Tonnen pro Jahr, während die Wälder in den gemäßigten Zonen jährlich rund 780 MillionenTonnen Kohlenstoff speichern.

Gravierender Schaden durch Abholzung

Die Studie zeigte auch die gravierenden Effekte der Entwaldung: Durch Abholzung würden jährlich 2,9 Milliarden Tonnen Kohlenstoff freigesetzt. Höher als erwartet ist dagegen der positive Effekt von Wiederaufforstungen, speziell bei den tropischen Regenwäldern.

"All das illustriert deutlich wie notwendig es ist, die Abholzung der Regenwälder zu reduzieren und damit die Anreicherung von CO2 in der Atmosphäre zu limitieren", wird der Hauptautor der Studie, Yude Pan, vom US Forest Service in der IIASA- Aussendung zitiert.

CO2 auch im Permafrostboden

Doch auch in den Wäldern des Nordens lauern Gefahren. Viele dieser Wälder würden nicht nachhaltig bewirtschaftet und Schätzungen gehen davon aus, dass in den hohen nördlichen Breiten alleine 500 bis 900 Milliarden Tonnen Kohlenstoff im Permafrostboden gespeichert sind, so Shvidenko. Das Auftauen dieser Böden oder mehr Waldbrände durch die Klimaerwärmung könnten große Mengen an Kohlenstoff in dieser Region freisetzen.

14.07.2011, 20:00
AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum