Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
18.08.2017 - 05:13
Foto: APA/Robert Parigger

Partnerin erstochen - zu acht Jahren Haft verurteilt

22.12.2010, 15:29
Nicht des Mordes an seiner 13 Jahre älteren Lebensgefährtin, sondern wegen Totschlags ist ein 58-jähriger Niederösterreicher am Mittwoch am Landesgericht Wiener Neustadt schuldig gesprochen worden. Der Mann, bei dem in der U-Haft eine schwere Krebserkrankung festgestellt worden ist, wurde zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Er nahm das Urteil an, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab - es ist somit nicht rechtskräftig.

Staatsanwältin Barbara Sengstschmid warf dem Beschuldigten vor, der Frau am 14. Juni in Pottenstein (Bezirk Baden) mit einem Nudelholz ein Dutzend kräftige Schläge auf den Kopf versetzt zu haben. Als sie zusammenbrach, habe er mit einem 35 Zentimeter langen Küchenmesser in ihren Bauch gestochen. Er kümmerte sich nicht um das Opfer - die Frau verblutete qualvoll erst nach einigen Stunden. Sie könnte noch am Leben sein, wenn er die Rettung verständigt hätte, so Sengstschmid. Der Tat war ein Streit vorausgegangen, weil der 58- Jährige noch fortgehen hatte wollen.

Angeklagter und Opfer kannten sich seit acht Jahren

Sichtlich von seiner Krankheit gezeichnet gab der Angeklagte zu Prozessbeginn Auskunft über sein Leben. Der gelernte Maurer ist seit langem geschieden und seit sieben Jahren arbeitslos. Das spätere Opfer kannte er seit rund acht Jahren näher: Er habe ihr immer geholfen, für sie gekocht und Wäsche gewaschen, öfter bei ihr gewohnt. Die - wohl problem- und alkoholbehaftete - Beziehung bestand seit vier Jahren.

Getötete soll schizophren gewesen sein

Der 58- Jährige beschrieb die Frau als eigentlich gutmütig, nur wenn sie ihre Medikamente nicht nahm, "drehte sie durch". Dann habe sie ihm "ein paar runter gehaut", einmal einen Aschenbecher auf seinen Kopf geschlagen und eine Blumenvase geworfen, verwies der Angeklagte darauf, dass die Frau schizophren und auch dreimal "in Gugging" (Landesnervenklinik) gewesen war. Seinen täglichen Alkoholkonsum bezifferte er mit durchschnittlich sieben Bier.

Angeklagter nach Messerattacke regelrecht erleichtert

An jenem Montag im Juni war das Paar einkaufen und im Gasthaus gewesen, zu Mittag daheim und dann noch einmal in einem Cafe. Dass die Frau nach der Rückkehr in die Wohnung seine und ihre Schlüssel versteckte, habe ihn zornig gemacht, räumte er auf Richterfrage ein, dass er weg wollte, weil kein Bier mehr da war. Dann sei die 71- Jährige, die dabei war, in der Küche ein Hendl zu zerlegen, mit dem Messer auf ihn los gegangen, worauf er den Nudelwalker nahm und zuschlug. "Ich hab' geglaubt, sie will mich abstechen", versuchte der Angeklagte, eine Notwehrsituation glaubhaft zu machen. "Die Frau war 71 Jahre, 1,56 Meter groß und bereits niedergeschlagen", meinte der Richter und hielt ihm von dieser Version divergierende frühere Aussagen vor, wonach er auf die reglos am Boden Liegende einstach und danach regelrecht erleichtert gewesen sei.

Frau erst nach Stunden verblutet

Aus psychiatrischer Sicht war und ist der Angeklagte zurechnungsfähig. Sein chronisch schädlicher Alkoholkonsum, an den er gewöhnt war, habe keine körperliche Abhängigkeit erzeugt und seine geistige Leistungsfähigkeit nicht gemindert. Gerichtsmediziner Wolfgang Denk betonte wie die Staatsanwältin zuvor, dass der Tod der Frau zu verhindern gewesen wäre: Sie verblutete erst nach Stunden. Der Stich hatte die Leber zersetzt und die Milz verletzt. Von den Schlägen mit dem Nudelwalker, dessen Griff dabei sogar abbrach, zeugten elf Rissquetschwunden und eine Hautabschürfung am Kopf.

Der Sachwalter hatte damals die Exekutive verständigt, weil die Frau ihrer Pflegerin zwei Tage lang nicht geöffnet hatte. Die Polizei fand die Tote am 16. Juni im Vorzimmer der - verwahrlosten - Wohnung auf dem Bauch liegend. Auf eine Videovorführung der Tatrekonstruktion wurde verzichtet.

Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum