Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
26.09.2016 - 07:21
Foto: GEPA

Jurist will FC Bayern aus Vereinsregister löschen

09.09.2016, 14:06

Ein Rechtsprofessor könnte am Beispiel des FC Bayern München den gesamten deutschen Profifußball vor ein Grundsatzproblem stellen. Lars Leuschner von der Universität Osnabrück hat beim Amtsgericht München angeregt, den FC Bayern München e.V. aus dem Vereinsregister zu löschen. "Rechtsformverfehlung" heißt das juristische Zauberwort.

In der Praxis geht es darum, dass Sportvereine "ideelle Zwecke" verfolgen müssen. Bundesliga- Klubs oder auch der Deutsche Fußball- Bund (DFB) mit seinem Zugpferd Nationalmannschaft sind im 21. Jahrhundert aber längst zu Unternehmen mit hohen Millionenumsätzen geworden. Der FC Bayern hält "den Antrag für unbegründet", wie "Zeit online" berichtet, das den Vorgang publik machte.

Foto: GEPA

Leuschners Initiative knüpft an den spektakulären Fall des ADAC an. Der deutsche Automobilclub hatte sich im Zuge des Skandals um Preisverleihungen wie den Gelben Engel eine Strukturreform verpasst. Die hohen Umsätze der ADAC- Unternehmungen standen im Widerspruch zu den ideellen Zwecken des Vereins. Der ADAC sah sich zum Handeln gezwungen. "Der FC Bayern München e.V. verfügt über ganz ähnliche Strukturen", äußerte Leuschner in diesem Zusammenhang vor kurzem im Deutschlandradio Kultur. Der Verein sei "Mehrheitsgesellschafter von millionen- , ja milliardenschweren Unternehmungen".

Halbe Milliarde Umsatz

Die FC Bayern München AG setzt rund eine halbe Milliarde Euro pro Saison um. Der Verein hält mit 75,01 Prozent die Mehrheit der AG. Jeweils 8,33 Prozent entfallen auf die Unternehmen Adidas, Allianz und Audi. Vereinspräsident Karl Hopfner führt zugleich den Aufsichtsrat an. Ende November soll beide Funktionen wieder sein designierter Nachfolger und Vorgänger Uli Hoeneß übernehmen.

Spannend für die Bundesliga und die Deutsche Fußball Liga (DFL) ist Leuschners Vorstoß deshalb, weil er die 50+1- Regel tangiert. Sie schreibt im deutschen Profifußball die Kontrolle durch die Lizenzvereine zwingend vor. Sie soll dafür sorgen, dass in der Bundesliga im Gegensatz etwa zur englischen Premier League keine Investoren das Sagen innerhalb der Clubs übernehmen.

Foto: APA/EPA/PETER KNEFFEL

Die 50+1- Regel schreibe es den Bundesliga- Vereinen geradezu vor, "einen entsprechenden herrschenden Einfluss, das heißt eine Mehrheitsbeteiligung an den Lizenzspielerabteilungen zu haben", betont auch Leuschner. Der Professor schlussfolgert, dass der FC Bayern den Reformweg des ADAC etwa gar nicht kopieren könne.

Der Bundesgerichtshof hatte vor mehr als 30 Jahren, als die Umsätze im Profifußball noch weit entfernt waren von den heutigen Summen, eine klare Entscheidung getroffen. Wenn sich ein Verein unternehmerisch betätigt, dies aber in selbstständigen Tochtergesellschaften geschehe, sei dieses Vorgehen dem Verein nicht zuzuordnen. Es bleibt abzuwarten, ob das Münchner Amtsgericht anders entscheidet.

09.09.2016, 14:06
AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum