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03.12.2016 - 21:25
Franz E. (mit Brille) am Tatort, wo der Kenianer seine Frau erschlagen haben soll.
Foto: zwefo, "Krone"

Brunnenmarkt- Mord: Witwer drohte Delogierung

20.06.2016, 16:50

Was muss dieser Mann noch alles durchmachen? Zuerst verlor Franz E. seine geliebte Frau, jetzt sollte er aus der einst gemeinsamen Wohnung geworfen werden. Begründung der Sozialbau AG: Die Wohnung war namentlich auf die am Wiener Brunnenmarkt getötete Maria E. geschrieben - nach Anfrage der "Krone" lenkt die Genossenschafts- Chefetage jetzt aber ein.

Franz E. fiel aus allen Wolken, als er das Schreiben des privaten und gemeinnützigen Wohnungsunternehmens aus dem Briefkasten nahm und der Aufforderung nachkam, sich umgehend telefonisch bei der Sozialbau AG zu melden. Denn was dem 65- jährigen Witwer dort mitgeteilt wurde, brach ihm das Herz: "Mir wurde gesagt, dass ich nicht länger in der Wohnung bleiben kann, weil meine verstorbene Frau auf dem Papier die offizielle Mieterin sei."

Doch der dreifachen Mutter Maria E. war eine Nacht Anfang Mai am Brunnenmarkt zum tödlichen Verhängnis geworden: Die 54- Jährige wollte gerade ihren Job als Putzfrau in einem Wettbüro antreten, als ihr der amtsbekannte Kenianer Francis N. (21) auflauerte. Was danach geschah, ist traurige Gewissheit: Maria E. wurde getötet, mit einer Eisenstange erschlagen. Der mutmaßliche Mörder kann bis heute nicht sagen, warum er ein Leben ausgelöscht hat.

"Wen interessieren schon derart tragische Schicksale?"

"Aber wen interessieren schon derart tragische Schicksale?", fragt Anwalt Alfred Boran. "Wohnbaugenossenschaften offenbar nicht", fügt er erbost hinzu. Unerklärlich sei die Tatsache, dass Franz E. die einst gemeinsame Wohnung des Paares hätte räumen müssen. "Ziehen Sie aus, oder Sie werden in den kommenden Tagen delogiert", wurde Franz E. am Sozialbau- Telefon zunächst mitgeteilt. Erst nach "Krone"- Anfrage Montagfrüh gab es eine Antwort aus der Wohnbau- Chefetage: Einlenken lautete plötzlich die Devise.

Vorstandsdirektor Herbert Ludl: "Das Paar war nicht verheiratet, daher kommt hier das Eintrittsrecht nicht zu tragen." Man habe jedoch die einstige Partnerschaft "anerkannt" - Franz E. habe das plausibel erklären können. "Ein Prüfungsverfahren konnte man ihm aber nicht ersparen."

20.06.2016, 16:50
Sandra Ramsauer, Kronen Zeitung/red
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