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02.12.2016 - 21:03
Foto: Universal Music/Paul Harries / Video: YouTube

Yusuf: "Roadsinger"

03.05.2009, 03:03
2006 fand Yusuf Islam mit "An Other Cup", seinem ersten Pop-Album seit er Ende der 1970er den Namen Cat Stevens abgelegt hatte, wieder zur Musik. Mit dem Nachfolger "Roadsinger" wird der 61-Jährige nun vollständig eins mit seinem Alter Ego und zelebriert die Harmonie der Gegensätze auf einer seiner bisher besten Platten.

"The Artist formerly known as Cat Stevens". Ein kleiner Hinweissticker klebt am Cover von "Roadsinger", dem neuen Album von Yusuf Islam. Oder besser gesagt, dem neuen Album von Yusuf. Seinen Nachnamen lässt der 61- jährige Musiker und Sänger, der mit Hits wie "Wild Word", "Lady D'Arbanville" und "Father and Son" berühmt wurde, auf CD- Covers und in Booklets nämlich weg.

Doch die verschiedenen Namen Steven Demetre Georgious machen den in London aufgewachsenem Sänger mit zypriotischen und schwedischen Wurzeln nicht aus. Nicht damals, nicht heute. Seit er mit "An Other Cup" vor drei Jahren ein popmusikalisches Comeback feierte, wissen seine Fans, dass sie den weisen Songwriter mit der sanften Stimme und den unverkennbaren Melodien wiederhaben, und sich zu Alben wie "Matthew and Son" und "Tea for the Tillerman" in regelmäßige Zeitabständen Neuveröffentlichungen ins Plattenregal gesellen werden.

War "An Other Cup" noch ein freudiges Wiedersehen, so läuft man auf "Roadsinger" (VÖ: 1.5.) Cat Stevens vom ersten Ton an direkt in die Arme. Yusuf Islam ist wieder eins geworden mit seinem Alter Ego und vermag es, genau dasselbe Feeling zu verströmen, das Cat Stevens dem Zuhörer geben konnte. Der Vorgänger klang bisweilen entrückt, zaghaft und nicht so sehr vertraut, wie man das von früheren Alben gewohnt war. "Roadsinger" ist erdig, intim und ließe sich bedenkenlos zu den Aufnahmen reihen, die Yusuf als Cat gemacht hat.

"Dieses Album macht keine Unterschiede zwischen dem Konzept Cat Stevens und der Realität Yusuf Islam", sagt der 61- Jährige im Interview mit der britischen "Sun", jener Zeitung, die 2004 für eine einzige pfeffernde Schlagzeile vorbehaltlos die Fehlbehauptung der US- Einwanderungsbehörde unterstützte, Yusuf Islam unterhalte Verbindungen zu Islamisten. Sein Sohn brachte ihn vor wenigen Jahren dazu, die über zwanzig Jahre lang verschmähte Gitarre wieder in die Hände zu nehmen. "Vom ersten Moment an fühlte ich, es wird ein Neuanfang. Bloß mit viel mehr Erfahrungen hinter mir", sagt Yusuf, der mit seiner aus der Türkei stammenden Frau und seinen fünf Kindern in London lebt, Schulen leitet und seine jährlich 1,5 Millionen Dollar für Tantiemen zum Großteil spendet.

Er habe Anfangs gedacht, seine Musik ließe sich nicht mit dem Islam, dessen Regeln er streng befolgt, in Einklang bringen. "Dann sah ich, wie sich ein großer Graben zwischen der muslimischen und der nicht- muslimischen Welt aufzutun begann. Ich sehe die Welt aber als eine Einheit. Und Musik kann dank ihrer magischer Fähigkeiten Menschen zusammenbringen. Ich habe viele muslimische und viele nicht- muslimische Fans. Sie mögen meine Musik, das bringt sie zusammen."

Auf "Roadsinger" bringt Yusuf seinerseits alle musikalischen Formen zusammen, die er in seiner Karriere benutzt hat. Folk, Slow- Rock, ergreifende Balladen, pure Akustikgitarre, sogar dem Blues begegnet man auf den elf Songs, von denen vier für Yusufs Musical "Moonshadow" geschrieben wurden. Sei es der poppige Titeltrack "Roadsinger", das nachdenkliche "The Rain", die tief religiös anmutenden Texte von "This Glass World" und "All Kinds Of Roses", oder "Be What You Must" mit den Chorkindern der von ihm gegründeten Islamia- Schule in London - die Gegensätze, die auf "Roadsinger" zusammenfinden, ergeben stets ein harmonisches Bild.

Fazit: Der als Cat Stevens bekannt gewordene Mann, der nach seiner Abschottung lange Zeit neben dem Schatten seiner Vergangenheit ging, findet als "Roadsinger" die perfekte Harmonie zwischen seinen, ihn als Menschen und Musiker bestimmenden Gegensätzen. Yusuf Islam ist Cat Stevens, der Unterschied liegt nur im Namen - und der allein machte Steven Demetre Georgiou ja noch nie aus...

10 von 10 Roadsingern

von Christoph Andert

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